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LUNZ AM SEE. Rallyefahrer Gerald Bachler kann nur wenig Positives über die abgelaufene Saison berichten. Sechs Starts, aber nur eine Zielankunft werden dem Sprichwort „Außer Spesen nix gewesen“ mehr als gerecht.

Rallyefahrer Gerald Bachler während eines Rennens.
Rallyefahrer Gerald Bachler während eines Rennens.

„Begonnen hat eigentlich alles mit einer Reglementänderung der AMF (Austria Motorsport Federation), wodurch wir 2017 mit unserem Subaru in der Serienklasse M1 nicht mehr startberechtigt waren und auf die wesentlich aufwendigere und teurere Klasse H/A umrüsten mussten. Der Umbau hat eine Menge Geld gekostet, aber von Anfang an nur Probleme statt der gewünschten Performancesteigerung gebracht. Abgesehen von allen anderen technischen Problemen hat unser Gruppe A Motor von Anfang an nicht richtig funktioniert, hatte bei jeder Rallye Zündaussetzer und Fehlzündungen und um zirka 40 PS weniger Leistung als der Serienmotor mit dem wir in der 2016er Saison 6 Rallyes absolut problemlos gefahren sind und 3 Klassensiege sowie mehrere Podestplätze erreicht haben“, so Bachler.

Bei Schneerosenrallye auf neunten Platz

Die einzige Zielankunft, mit dem beachtlichen neunten Platz in der Gesamtwertung, konnte Bachler 2017 bei der Schneerosenrallye, dem ersten Saisonbewerb, verzeichnen. Bei den folgenden Bewerben ging es dann bergab. Bei der Osterrallye in Deutschland, welche eigentlich nur als Test dienen sollte, hatte das Team Bachler-Wögerer aufgrund eines Fehlers im Aufschrieb bei der Zieldurchfahrt der SP 2 einen Unfall und konnte nicht mehr weiterfahren. Der nächste Start war bei der Braustadt Burg Rallye Zwettl , wo beim Überfahren einer Bodenwelle ein Stoßdämpfer gebrochen ist und die Rallye wieder vorzeitig beendet werden musste. Beim Waldviertel Rallyesprint in Langenlois spielte die Motorsteuerung verrückt und die Rallye war für das Team Bachler-Zach nach der SP 4 zu Ende.

Zuversicht vor dem Start bei der Rallye Liezen

Für den nächsten Start bei der Rallye Liezen im September wurde die Motorsteuerung optimiert. Geri Bachler ging zuversichtlich an den Start, da bei den Tests im Vorfeld alles zu funktionieren schien. Bereits auf der ersten Sonderprüfung begannen jedoch schon wieder Probleme mit dem Steuergerät.

„Wir konnten zwar ohne Anti-Lag-System weiterfahren, aber der Motor hatte immer wieder Zündaussetzer wodurch ein Motorlager gebrochen ist. Als Folgeerscheinung ist in der zwölften von insgesamt 13 Sonderprüfungen der Kupplungsschlauch gerissen“, so Bachler, der wieder – bereits mit dem Ziel vor Augen – die Rallye vorzeitig beenden musste.

Neue Motorsteuerung bei Rallye Waldviertel

Da die Probleme nicht in den Griff zu bekommen waren, wurde für die Rallye Waldviertel die Motorsteuerung auf ein Produkt einer anderen Marke getauscht und neu programmiert, wodurch eine wesentliche Verbesserung der Motorcharakteristik, der Leistung und letztendlich auch der Zuverlässigkeit erwartet wurde.

„Das Auto wurde nur einen Tag vor der Rallye fertig und wir sind bei der Testsonderprüfung, dem sogenannten Shakedown, das erste Mal mit der neuen Steuerung und dem neuen „Mapping“ gefahren. Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend. Das erste Mal in dieser Saison hat der Motor so funktioniert wie ich mir das vorstelle und wir gingen voll Optimismus an den Start der ersten Sonderprüfung“, resümiert Bachler und erzählt weiter: „Leider war die Freude nur kurz, denn bereits nach rund fünf Kilometern hatten wir einen plötzlichen Leistungsverlust und aus dem Auspuff kam nur mehr blauer Rauch. Nach dem Zerlegen des Motors ist ein kapitaler Motorschaden nun traurige Gewissheit. Die andauernden Probleme mit der Motorsteuerung dürften einem Kolben derart zugesetzt haben, dass er die jetzt zur Verfügung stehende Leistung nicht ausgehalten hat“, so Bachler.

Teilnahme an Jänner Rallye

„Wir werden jetzt schauen bis zur Jänner Rallye den Motor neu aufzubauen, da wir bei der Neuauflage dieses Klassikers unbedingt dabei sein wollen. Das war 2016 überhaupt die erste Rallye die wir gefahren sind und wir erreichten damals auf Anhieb den siebten Platz in der nationalen Wertung. Schnee ist unser liebster Untergrund da es hier nicht so sehr auf das Auto, sondern mehr auf das Fahren und die richtige Reifenwahl ankommt“, so Bachler.

Ungewisse Zukunft

Danach ist die Zukunft des Bachler Rallyeteams noch ungewiss. Das Budget wurde 2017 durch die andauernden Probleme leider über Gebühr belastet. „Rallyesport ist leider eines der teuersten Hobbys – auch wenn man es nur auf einem so niedrigen Niveau wie wir betreibt. Die technische Aufrüstung ist in den letzten Jahren derart vorangeschritten, dass man mindestens 150.000 Euro brauchen würde, um eine ganze Saison mit einem konkurrenzfähigen und top gewarteten Fahrzeug zu bestreiten. Von diesem Budget sind wir aber meilenweit entfernt“, resümiert Bachler.

„Wir müssen mit einem Bruchteil davon auskommen und das ist auch nur durch unsere Sponsoren möglich, wofür wir sehr dankbar sind. Aber nach so einem Seuchenjahr kann es eigentlich nur mehr bergauf gehen“ so Bachler, der sich bereits jetzt auf die Saison 2018 freut – „Auch wenn es vermutlich nur zwei Rallyes werden“.


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