Innviertler Maschkerer in letzter Raunacht stehen für gelebte Tradition
MARIA SCHMOLLN. In der letzten Raunacht am 5. Jänner sind in einigen Gemeinden im Innviertel die sogenannten Maschkerer unterwegs. Vor allem in der Gemeinde Maria Schmolln und auch in St. Johann wird diese alte Tradition bis heute lebendig gelebt. Der Ursprung dieses Brauches liegt in einem alten heidnischen Brauch.

Jedes Jahr am 5. Jänner ziehen die sogenannten Maschkerer nach guter alter Tradition immer noch durch einige Gemeinden im Innviertel und vertreiben dabei das „Böse“ und bringen das „Gute“ ins Haus. In der letzten Raunacht wandern die verschiedenen Charaktere von Haus zu Haus.
Neben St. Johann wird vor allem in Maria Schmolln der alte Brauch beispielsweise bis heute noch sehr lebendig gelebt. Die beiden Zechen Michlbach und Schweigertsreith wechseln sich jährlich ab. In diesem Jahr ist wieder die Zeche Schweigertsreith an der Reihe. „Wir ziehen mit etwa 35 Leuten um die Häuser und versuchen, die Wintergeister aus den Orten zu vertreiben“, erklärt Sprecher Stefan Langmaier. Gestartet wird bereits um fünf Uhr früh und bis zehn Uhr abends sind die Maschkerer unterwegs. Zurückgelegt wird eine Strecke von rund 15 Kilometern. „In Maria Schmolln gibt es diese Tradition schon sehr lange, das erste Zechfoto stammt aus dem Jahr 1908. Wir wollen die Tradition auch möglichst originalgetreu beibehalten“, sagt Langmaier.
Verschiedene Charaktere
Zu den verschiedenen Charakteren zählen zum Beispiel Guckkastenträger, Friseur, Doktor, Krämer, Heiratsvermittler und Finanzer. Der Auftritt der einzelnen Maschkerer-Gestalten erfolgt in einer genauen Abfolge. Sobald die Tür eines Hauses geöffnet wird, rutscht der Rauchfangkehrer zum Beispiel auf einer kurzen Holzleiter ins Haus. Hinzu kommen Teufel, Kasperl und die übrigen Maschkerer. Wichtig ist, dass der Kasperl zum Schluss den Teufel aus dem Haus jagt und somit das Glück ins Haus kommen kann.
Als Dank erhalten die Maschkerer im Anschluss allerlei Essbares wie Krapfen, Süßigkeiten, Fleisch, Brot und auch kleine Geldspenden, die im Buckelkorb des Alten Weibes und des Alten Mannes verstaut werden. Auch das eine oder andere Schnapserl darf nicht fehlen, schließlich wird von frühmorgens bis spätabends gegangen und das auch bei Wind und Wetter. Am späten Abend endet der anstrengende Fußmarsch im Gasthaus, wo viele Schaulustige warten und die Maschkerer zum Abschluss ihren Landler tanzen.
Gelebte Tradition
Die Einheimischen kennen die gelebte Tradition der Maschkerer bestens und sind damit am 5. Jänner auf allerlei Schandtaten vorbereitet. Der Brauch selbst ist bereits über 200 Jahre alt und war bis zum Zweiten Weltkrieg noch überall im Innviertel zu finden, wo die Zechen und Kameradschaftsbünde Geltung hatten. Der Ausdruck Maschkerer stammt von Maske, eine Bezeichnung für maskierte Gestalten, die keinem namensgebenden Typus wie etwa den Perchten zuzuordnen sind.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden