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MAUERKIRCHEN/FUKUOKA. Der gebürtige Mauerkirchner Adolf „Adi“ Sailer lebt als erfolgreicher, selbstständiger Bäcker- und Konditormeister zusammen mit seiner Familie in der japanischen Millionenmetropole Fukuoka. Mit Tips spricht er im Interview über die aktuelle Lage und sein Leben in Fernost in Zeiten der Corona-Pandemie.

Der gebürtige Mauerkirchner „Adi“ Sailer lebt mit seiner Familie in Fukuoka. Fotos: Privat
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Tips:Herr Sailer, wie geht es ihnen und ihrer Familie derzeit in Japan in Zeiten von Corona?

„Adi“ Sailer: Mir und meiner Familie geht es den Umständen entsprechend gut, wir müssen nur mit den Einschränkungen der Regierung zurecht kommen, da die öffentlichen Einrichtungen wie Museen, Schwimmbäder, Schulen, Kindergärten, Sportplätze geschlossen sind und alle Großveranstaltungen seit 1. März abgesagt wurden, aber die anderen Maßnahmen sind alle nur auf Empfehlungen der Regierung und richten sich an die eigene Disziplin.

Tips:Wie geht man in Japan mit dem Thema Corona um?

Sailer: Die Japaner waren ja schon immer rücksichtsvolle Menschen, schon vor der Corona-Krise wurde zum Beispiel teilweise Mundschutz getragen, es gibt auch kein Handschütteln bei einer Begrüßung, sondern das rituelle Verbeugen mit einem gewissen Abstand.

Tips: Wie wird die Einhaltung der Maßnahmen geregelt?

Sailer: Es gibt keine Strafandrohungen, geschweige denn Polizeikontrollen oder verpflichtende Maßnahmen. Von Seiten der Regierung gibt es nur Ratschläge, wie beim Modell in Schweden, die über Medien weitergegeben werden. Das dient alles nur zur Vorsorge.

Tips:Wie wirkt sich die aktuelle Situation auf die Wirtschaft in Japan aus?

Sailer: Es gibt fast keine Geschäftsschließungen. Sicherlich gibt es aber sehr große wirtschaftliche Einbußen, da der Fremden- und Reiseverkehr fast zur Gänze still steht. Das wirkliche Ausmaß werden wir erst nach der Corona-Krise sehen.

Tips:Wie sieht derzeit ihr eigener Alltag aus?

Sailer: Ich gehe wie immer meiner Arbeit nach, der Brot- und Kuchenverkauf ist denn Umständen entsprechend zufriedenstellend. Die Kinder machen Gymnastik mit dem Turnlehrer über das Internet, das klappt ganz gut. Von der Schule bekommen Sie Hausaufgaben mit der Post zugeschickt jeweils für eine Woche. Ich gehe mit den Kindern nach der Arbeit ein bisschen an die frische Luft, in der Zwischenzeit geht meine Frau einkaufen, aber jetzt wird es schon langsam langweilig und auch ein wenig stressig.

Tips:Wie sieht die Prognose für die nahe Zukunft aus?

Sailer: Die Anordnungen oder Empfehlungen von der Regierung sind noch bis 7. Mai in Kraft, danach haben wir noch keine Informationen bekommen ob es verlängert wird oder nicht, aber wir glauben es wird noch ein bisschen andauern. Wir fühlen uns aber eher sicher, da ja hauptsächlich ältere Menschen betroffen sind. Wir sind aber trotzdem vorsichtig.

Tips:Gibt es derzeit auch Kontakt in die Heimat nach Mauerkirchen?

Sailer: Ich habe regelmäßig Kontakt zu meiner Familie in Mauerkirchen und wir machen auch Situationsberichte und vergleichen die Lage in beiden Ländern.


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