„Die Politik entscheidet, wer die Regale der Supermärkte befüllen darf“
MAUTHAUSEN. Die Gesunde Gemeinde Mauthausen und die Grünen Ried/Riedmark, Mauthausen und Schwertberg luden zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Wer bestimmt, was wir essen?“ mit dem Landwirtschaftssprecher der Grünen, LAbg. Stefan Kaineder.

Essen ist im besten Fall ein Hochgenuss und einzigartiges Geschmackserlebnis. Und was man zu sich nimmt, entscheidet wesentlich über Gesundheit und Wohlbefinden. Die Art der Lebensmittelbereitstellung hat darüber hinaus ganz unmittelbare Auswirkungen auf Natur und Umwelt, weshalb immer mehr Menschen zu regionalen Lebensmitteln und Bio greifen. Der Umsatz von Bio-Frischwaren (ohne Brot und Gebäck) stieg 2018 um 6,7 Prozent auf 542,5 Millionen Euro, so Agrarmarkt Austria-Marketing in seiner Aussendung vom 12. Februar.
Breites Interesse
Ein Blick in die Supermarktregale und ganz speziell auf die Etiketten der Lebensmittel zeigt, dass Wunsch und Wirklichkeit oft noch weit auseinanderklaffen - dass die Ansprüche und die Realität der Nahrungsmittelproduktion sich mitunter stark widersprechen. Damit tut sich die zentrale Frage auf: „Wer bestimmt was wir essen?“. Zahlreiche interessierte Besucher des Vortragsabends, unter ihnen LAbg. Peter Binder (SPÖ) und LAbg. Alexander Nerat (FPÖ) sowie Regina Petrik (stv. Vorsitzende der Grünen Bundespartei) folgten am 11. Februar im Donauhof den Ausführungen Kaineders zu aktuellen Herausforderungen in der Erzeugung und Bereitstellung von Nahrungsmitteln. Vier Produzenten aus der Region - Stefan Friedl, Maria Hinterplattner, Hermann Holzweber und Johanna Pötscher -präsentierten ihre Erzeugnisse.
Entlastung der Konsumenten
Bei der anschließenden Diskussion ging Stefan Kaineder auf Fragen ein wie: Inwieweit hat die Kaufentscheidung der Konsumenten Auswirkungen auf die Produktion, auf die Struktur und die Entwicklung der Landwirtschaft. Er forderte eine Entlastung der Konsumenten und warnt vor Freihandelsabkommen wie Mercosur (Markt Südamerika): „Nicht dem Konsumenten die alleinige Verantwortung übertragen, die Politik ist gefordert. Sie muss die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen und entscheiden, wer die Regale der Supermärkte befüllen darf“.


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