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MEHRNBACH/KÄFERMÜHL. Johann Zeppetzauer kommt aus einer Musikerfamilie. Seit 70 Jahren spielt er nun Zither. Auf Anregung seines Vaters hat er mit fünf Jahren seine ersten Erfahrungen auf der Streich-zither gemacht.

Johann Zeppetzauer hat sich im Wintergarten ein gemütliches Musikzimmer eingerichtet.
Johann Zeppetzauer hat sich im Wintergarten ein gemütliches Musikzimmer eingerichtet.

Wenn sich Johann Zeppetzauer den Wintergarten einheizt, dann ist es wieder so weit: drei bis vier mal in der Woche spielt er auf seiner Zither, die er 1957 gekauft hat. 7400 Schilling, also umgerechnet zirka 580 Euro, hat die Zither anno dazumal gekostet. „Das war damals viel Geld. Ich war im zweiten Lehrjahr und hätte mir die Zither ohne die finanzielle Unterstützung von meinem Bruder nicht leisten können“, erzählt der 75-jährige. Bereits als fünfjähriger Bub, der keinerlei Notenkenntnisse hatte, durfte er sich auf Anregung seines Vater auf der Streichzither versuchen. „Ich habe auf der herzförmigen Streichzither, die übrigens mit einem Geigenbogen gespielt wird, nach Gehör geübt. Dann mit sieben Jahren habe ich Zither gelernt, nachdem ich auch nach Noten spielen konnte“, so der leidenschaftliche Musiker.

Zither spielen hält geistig fit

Zither spielen hält in jedem Fall geistig fit, sind doch immerhin drei Instrumente gleichzeitig zu bedienen: Bass, Begleitung und die Melodie. Wie bei jedem Instrument muss regelmäßig geübt werden. Die Finger dürfen nicht „einrosten“, sie müssen flink und geschmeidig bleiben. „Vor allem die Fingerkuppen brauchen eine kleine Hornhaut, sonst bekommt man schon nach kurzer Zeit Blasen“, sagt Zeppetzauer.

Beliebter Filmklassiker

Die Zither hat sich nicht so wie die Gitarre als Unterhaltungsinstrument etabliert. Dennoch kennen wahrscheinlich viele das berühmte Zither-Instrumentalstück Harry-Lime aus dem Filmklassiker „Der dritte Mann“, das Anton Karas komponiert hat und im Jahre 1950 Weltruhm erlangte. „Dieses Stück wird immer wieder verlangt. Auch wenn die Leute nicht genau wissen, wie das Stück heißt, aber sie wissen, dass es im Film zu hören war“, so Johann Zeppetzauer.

Vielseitiges Melodieninstrument

Die Zither ist ein Melodieninstrument, dem kaum Grenzen gesetzt sind. Johann Zeppetzauer spielt auf seiner 60 Jahre alten Zither , die er übrigens schon ein paar Mal leimen musste, Walzer, Märsche, Landlermusik und natürlich auch Schlager. „Ich bin viel herumgekommen. Beim Kobleder in Mettmach waren wir schon fast die Hausmusiker“, verrät der Käfermühler. Sogar bis Munderfing (Bezirk Braunau) eilte ihm sein Ruf voraus.

Zur Person

Johann Zeppetzauer ist seit 56 Jahren mit seiner Frau Gertrude verheiratet, mit der er drei Söhne – Johann, Andreas und Norbert – hat. Zu seinen Auftritten ist Gertrude nie mitgefahren. Nur wenn bei Freunden oder beim Sportverein aufgepielt wurde, dann war sie mit von der Partie. Johann Zeppetzauer hat bei den Stadtwerken (Energie Ried) Elektriker gelernt. Nach zehn Jahren wechselte er zur Post in den technischen Dienst und arbeitete dort als Entstörer und in der Stromversorgung. Dort war er bis zu seiner Pensionierung beschäftigt.


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