BEZIRK. Forscher untersuchten den 2375 Kilometer langen Fluss und kamen zu erschreckenden Ergebnissen: Neben Fischarmut und exzessiver Flussverbauung sind auch Verunreinigungen des Wassers ein großes Problem. Fazit: Aus der schönen blauen Donau ist längst ein dreckiger, grauer Fluss geworden.
Der Joint Danube Survey (JDS) wird alle sechs Jahre durchgeführt und fand nun zum dritten Mal statt. Die Projektleitung liegt bei der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD). In der IKSD sind 14 Anrainerstaaten der Donau, auch Österreich, vertreten. Die Studie zeichnet ein problematisches Bild: Drei Viertel der österreichischen Donau gleichen eher einem Kanal als einem Fluss. Der Zustand der Ufer zwischen Passau und Hainburg ist „unbefriedigend bis schlecht“. Das Gleiche gilt für die Lebensbedingungen von Fischen. Aufgrund der beiden Donaukraftwerke Ybbs-Persenbeug und Melk sind große Teile der Flusstrecke im Bezirk Melk ein verbauter Kanal. Mensch versus Natur Die Donauufer wurden vom Menschen so stark verändert, dass sie nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie mit den Schulnoten vier und fünf bewertet werden. Wegen der dichten Bebauung und der verschwundenen natürlichen Überflutungsgebiete steht die Flussökologie im Konflikt mit technischen Hochwasserschutzbauten – ein Problem, das kaum zu lösen sein wird. Durch teure Renaturierungsmaßnahmen versucht man, dem entgegenzuwirken. So wurde beispielsweise im Herbst 2014 das LIFE-Projekt „Mostviertel-Wachau“ durchgeführt, bei dem ein Nebenarmsystem in Schallemmersdorf wieder an den Hauptstrom angeschlossen wurde. Zudem wurden in der Wachau wieder zahlreiche Kiesbänke hergestellt, die Vögeln für die Brut dienen und die Fließgeschwindigkeit einbremsen. Gesamtkosten: Fast sieben Millionen Euro. Diese Maßnahmen greifen aber zu wenig weit: Bei einem Messpunkt in der Nähe von Ybbs wurden die Bedingungen für Fische als „schlecht“ beurteilt. Im Bericht ist von einem „erheblichen Problem“ bei der Fischpopulation die Rede. Zwar ist die Artenvielfalt noch gegeben, Dämme, Kraftwerke und begradigte Ufer haben jedoch dazu geführt, dass der Gesamtbestand arg dezimiert ist. Fremdkörper im Fluss Außerdem ist die Donau stark verunreinigt: Bakterien mit ausgeprägten Resistenzen gegen Antibiotika wurden in zahlreichen Messungen festgestellt. Herausgefunden haben das Forscher der Medizinischen Universität Graz, die bei der Donau-Studie mitgearbeitet haben. In Klosterneuburg wurden sogar Rückstände von illegalen Drogen gefunden. Zudem schwimmen jährlich bis zu 40.000 Tonnen Plastikmüll, die einfach im Wasser entsorgt werden, die Donau hinunter.
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