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YBBS. Aufgrund zahlreicher Beschwerden über aggressives Betteln will Bürgermeister Alois Schroll ein Bettelverbot veranlassen. Bei der Gemeinderatssitzung am 30. März könnte der Beschluss folgen.
 

Aggressives Betteln soll in Ybbs bald verboten sein. *Foto: Wodicka
Aggressives Betteln soll in Ybbs bald verboten sein. *Foto: Wodicka

„In letzter Zeit haben mich immer wieder Beschwerden über  aggressive Bettler erreicht. Daher ging am vergangenen Freitag eine Verordnung an das Land Niederösterreich, die nun zur Begutachtung kommt. Sollte die Rückmeldung positiv sein ­- und davon gehe ich aus - können wir in der Gemeinderatssitzung am 30. März ein punktuelles Bettelverbot aussprechen“, erklärt Bürgermeister Alois Schroll (SPÖ). Besonders Belästigungen in Nähe der Einkaufszentren, Supermärkte und weiterer Geschäfte sollen dann Geschichte sein. Eine Änderung des NÖ Polizeistrafgesetzes habe den Gemeinden unter bestimmten Voraussetzungen diese Möglichkeit eröffnet. „Mir geht es darum, dass die Bevölkerung in Ruhe und Frieden einkaufen kann. Ich erfahre immer, dass die Bettler mit dem Bus angekarrt werden. Dem wollen wir einen Riegel vorschieben“, begründet Schroll den Schritt.

Aufgeschlitzte Reifen

Roman Anibas, Geschäftsführer der EKZ Immobilienmanagement GmbH, die in Ybbs ein Einkaufszentrum verwaltet, berichtet von mehreren gravierenden Vorfällen, die ihn zu einem Schreiben an Bürgermeister Schroll veranlasst haben. „Einer Frau sind die Reifen aufgeschlitzt worden, andere Personen wurden angespuckt. Die Notwendigkeit für Maßnahmen besteht und wir hoffen, dass das Bettelverbot kommt und die Polizei durchgreifen kann. Im Vergleich zu anderen Standorten von Einkaufszentren artet die Lage in Ybbs immer mehr aus“, so Anibas.

Parteien sind sich einig

Die im Gemeinderat vertretenen Ybbser Parteien zeigen Einigkeit. „Aus eigener Erfahrung und der meiner Frau weiß ich, dass man sehr oft bedrängt wird. Ich behaupte, dass das organisiert ist. Ich bin auch in Wien viel unterwegs, aber in dieser Form erlebt man das dort nicht. Wir müssen auch die Geschäftsleute vertreten und schützen. Man kann es nicht mehr so weiterlaufen lassen. Durch ein Verbot bekommt die Polizei vielleicht die eine oder andere Handhabe mehr“, betont etwa ÖVP-Wirtschaftsstadtrat Ewald Becksteiner. FPÖ-Mandatar Andreas Reitner spricht sich ebenfalls für ein Bettelverbot aus: „Das sind organisierte Banden, so etwas brauchen wir in Ybbs überhaupt nicht. Wir sind natürlich für ein Bettelverbot.“ Paul Hacker (WUY) berichtet, dass er bereits von mehreren Personen zu dem Thema angesprochen wurde und die Beschwerden an Bürgermeister Alois Schroll weiterleitete. Auch er fordert Maßnahmen der Gemeinden. „Das sind junge, arbeitsfähige Männer ohne Gebrechen. Das Problem ist, dass diese dann oft mit Asylwerbern gleichgesetzt werden, die sich nichts zu Schulden kommen lassen. Aggressives Betteln gehört eingestellt“, so Hacker.


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