Die Amigos kommen nach Braunegg: Exklusiv-Gespräch über Musik, den Schutz von Kindern und Andreas Gabalier

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Stefan Hinterdorfer, Leserartikel, 12.06.2018 11:47 Uhr

Hessen/Raxendorf/Braunegg. Die Amigos kommen am 6. Juli nach Braunegg. Tips hat anlässlich des Konzertes auf der neuen barierrefreien Aussichtsplattform Braunegg exklusiv mit Bernd Ulrich, dem jüngeren Teil des Duos, über Musik, das Liederschreiben und die eigene Geschichte gesprochen.

Unerwartet locker meldet sich Bernd Ulrich am Telefon. Gemeinsam mit seinem Bruder Karl-Heinz macht er seit fast 50 Jahren Musik. 1970 gegründet, stürmen die beiden Musiker regelmäßig die deutschsprachigen Charts und erreichen damit Gold- und Platinstatus. Musik haben die beiden schon von Kindheit an gemacht. „Wir musizieren seit 1965 im kleinen Rahmen. So einen großen Erfolg hätten wir aber nie erahnt“, sagt Bernd Ulrich. „Wir würden aber heute noch von Dorf zu Dorf ziehen, weil es einfach Spaß macht“, fügt er in einer bodenständig-ehrlichen Art hinzu, die seiner Antwort alles floskelhafte nimmt.

Familientalent

Von Dorf zu Dorf zog auch der Großvater der beiden Brüder. Von Tourbussen, Charts und Begriffen, wie Pop oder Schlager konnte in den hessischen 1930ern aber noch keine Rede sein: „Mein Großvater spielte Akkordeon un machte damit Unterhaltungsmusik“, erzählt Ulrich und ergänzt: „Damit fuhr er mit dem Fahrrad von Dorf zu Dorf.“ Auch die Mutter der Amigos hatte musikalisches Talent und gab es an ihre Söhne weiter. „Wenn man Talent hat, dann spürt man das. Und wir haben Freude an der Musik. Wenn man keine Freude mehr hat, wird das eine Qual“, antwortet der jüngere Amigo auf die Frage, wie man sich nach so vielen Jahren die Freude an der Musik erhält.

Musik

Die Musik der Amigos lässt sich in die Volksmusik einordnen, gibt sich aber nicht unreflektiert gutmütig. „Unsere Musik ist deutsch-sprachig, ehrlich und lässt die Menschen Hoffnung schöpfen.“ fasst es Bernd Ulrich zusammen. „Sie ist aus dem Leben gegriffen. Nicht nur Sommer, Sonne, Wind“, ergänzt er. Die Amigos thematisieren in ihren Liedern auch Themen wie Kindesmissbrauch. „Der Vater er trinkt und kommt in ihr Zimmer. Dann schließt sie die Augen, und betet wie immer.“, heißt es in ihrem Lied „Es tut so weh“, indem sich ein missbrauchtes Kind schlussendlich das Leben nimmt. „Weil wir das nicht akzeptieren, dass Kinder verschwinden, vergewaltigt und missbraucht werden“, wird der Volksmusik-Star ernst. „Unsere Kinder sind das Wertvollste, das wir haben. Wir sollten sie mehr beschützen als alles andere“, bekräftigt er. Bernd Ulrich problematisiert auch das Darknet, das einen Teil des Internets bezeichnet, der für normale Nutzer nicht ohne weiteres erreichbar ist und als Umschlagplatz für Drogen- und Kinderhandel gilt.

Vorfreude und harte Arbeit

Auf Österreich freuen sich die beiden schon. Das Waldviertel ist den beiden aber eher noch unbekannt: „Wir waren schon einige Male in Österreich und freuen uns auf jedes Eckchen, das wir kennenlernen dürfen“, ist sich der Musiker sicher. Ob sie Andreas Gabalier kennen? „Naürlich. Hut ab, wie er Hallen und Stadien füllt. Er hat hart dafür gearbeitet. Wir wünschen ihm natürlich alles Gute“, ist der Amigo vom Austro-Rock„n“Roller begeistert. Hallen und Stadien füllen die Amigos auch. Dabei geben sie sich betont publikumsnah. Nach jedem Konzert bleibt ein bisschen Zeit für Autogramme und kurze Gespräche mit den Fans. „Wir nehmen den Erfolg ernst. Unsere Fans nehmen viel auf sich um uns in ganz Europa auf der Bühne zu sehen. Deswegen müssen wir mehr als 100 Prozent geben“, ist Bernd Ulrich überzeugt. Das heimische Publikum darf sich davon am 6. Juli in Braunegg überzeugen.

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