Bürgermeisterwahl Melk: Grünes Outing, sieben Abwesende und ein strahlender Strobl
MELK. Seit wenigen Stunden hat Melk einen neuen Bürgermeister. Wenig überraschend lautet sein Name Patrick Strobl (ÖVP). Zwanzig Gemeinderäte votierten für den 31-Jährigen. Zwei Stimmzettel der Grünen blieben unbeschrieben, sieben Gemeinderäte nahmen nicht teil.

Spannend ist anders. Vor rund drei Wochen verkündete VP-Bürgermeister Thomas Widrich (VP) seinen Rücktritt. Letzte Woche machte er seine Ankündigung wahr und gab nach 14 Jahren sein Bürgermeisteramt auf. Sein Vize Wolfgang Kaufmann (VP) führte seither die Amtsgeschäfte.
Dass Patrick Strobl die Nachfolge antreten soll, war lange geplant. Jetzt ist es amtlich. Er ist der 23. Bürgermeister in der Geschichte Melks.
Die absolute Mehrheit der Volkspartei, sie hat 17 der 29 Mandate inne, machte Widerstand zwecklos. Den gab es nämlich bei der Wahl – zumindest ein bisschen. Als der frischgebackene Bürgermeister Strobl, der mit 20 von 22 Stimmen (sieben Gemeinderäte waren abwesend) in sein neues Amt gewählt wurde, zu seiner Antrittsrede ansetzen wollte, fiel ihm der Grüne Emmerich Weiderbauer ins Wort – er wolle auch noch etwas sagen, gratulieren und sich outen. „Wir wollen damit unsere Skepsis zum Ausdruck bringen, ob du der richtige Mann am richtigen Ort bist“, so Weiderbauer sich auf die zwei ungültigen Stimmzettel beziehend. Auch einen Wunsch und eine Bitte richtete der Grüne an Strobl: „Nimm dir nicht die Bundesregierung zum Vorbild. Sondern richte dich nach dem, was die Stadt braucht.“ Auch auf das Rallyeevent, das vergangenes Wochenende in Melk zunächst die Motoren und dann viele Gemüter, darunter auch die der Grünen, heiß laufen ließ, sprach Weiderbauer an: „Das sollte nicht mehr in Melk stattfinden.“(Eine Nachbesprechung des Rallyerennens wird es nächste Woche im Zuge einer Stadtratssitzung geben.) Einen grünen Kaktus, eine Gratulation und ein „Mach's gut“ gab es dann dennoch für den Neo-Bürgermeister Strobl von Weiderbauer. SP-Stadtrat Jürgen Eder, der aufgrund eines Urlaubs verhindert war, und sechs weitere Gemeinderäte fehlten am Wahlabend.
Die mit Gratulationen an Strobl und Danksagungen an Widrich – letzterer durfte die Sitzung sogar mit einem nagelneuen Paar Inlineskates verlassen, das ihm von ersterem überreicht wurde – gespickte Sondersitzung fand ihr gemütliches Ende dann vor den Toren des Rathauses. Dort spielte die Musikkapelle auf. Grund zum Feiern hatte vor dem Rathaus auch Gemeinderätin Sandra Hörmann (VP), die einstimmig wieder in den Stadtrat gewählt wurde.


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