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MONDSEE. Von 15. Juli bis 26. August hallt samstags wieder der Jedermann-Ruf durch Mondsee. Während die Spielgemeinschaft in gewohnter Weise das Mysterienspiel nach Hugo von Hofmannsthal darbietet, bemerkt das Publikum nicht, dass Hauptdarsteller Willi Meingast eine Doppelrolle spielt: nämlich die des Jedermanns und des Regisseurs. Seit drei Jahren wechselt er zwischen diesen Positionen. Sein Resümee: „Herausfordernd, aber machbar.“

Willi Meingast als "Jedermann" Foto: Erich Unterengsbacher
Willi Meingast als "Jedermann" Foto: Erich Unterengsbacher

„Es ist ein schwieriger Grat, die Hauptrolle zu spielen und gleichzeitig Regie zu führen“, sagt Willi Meingast, der seit 2007 den Jedermann beim Mondseer Mysterienspiel mimt und vor drei Jahren zusätzlich die Regie von Vorgänger Hans Greger-Gubi übernommen hat. Die Aufgabe, die Positionen zu wechseln – also vom kritischen Beobachter als Regisseur hin zum Schauspieler, der seit Jahren die vertraute Rolle spielt – beschreibt der Mondseer als spannend. „Als Regisseur fehlt einem die Distanz auf die Bühne, man sieht von oben nicht, wie es unten aussieht. Ich muss mir diesen Blick also immer vorstellen“, sagt Meingast. „Für die Schauspieler ist der Regisseur jene Person, die die Gemeinschaft zusammenschweißt. Das fordert viel Feingefühl, denn wenn ich als Jedermann auf der Bühne stehe, muss die Stimmung passen, wenn ich zuvor als Regisseur Kritik geübt habe. In unserer Spielgemeinschaft funktioniert das zum Glück bestens.“

Das Erfolgsgeheimnis: Die Charaktere prägen das Mysterienspiel

An der Inszenierung wird Meingast auch zukünftig nichts ändern, ist die ursprüngliche Mundart-Version doch Teil der Erfolgsgeschichte des Mondseer Jedermanns.  „Die Aktualität des Inhalts und das Interesse an den Darbietungen ist gewaltig“, so Meingast. Das Erfolgsgeheimnis beschreibt er so: „Es ist ein Mysterienspiel, das sich dadurch auszeichnet, dass der Charakter einer Rolle besonders hervorgehoben wird. Die Darsteller unserer Spielgemeinschaft können das außerordentlich gut. Das sehe ich als Regisseur und das beweisen die gut besuchten Vorstellungen an allen sechs Wochenenden.“

„Die Festspiele des kleinen Mannes“ in Mondsee

Mit dem Mundart-Jedermann wollte man das Spiel auch dem „gewöhnlichen“ Volk zugänglich machen. „Der Besuch des Salzburger Jedermanns war zu Beginn des 20. Jahrhunderts nämlich nur für die gehobene Schicht leistbar“, sagt Meingast. Der Mundartdichter Franz Loeser änderte die Fassung in den „Mondseer Jedermann“, auch bekannt als „die Festspiele des kleinen Mannes““. Hugo von Hofmannsthal, der Autor des Salzburger Jedermanns, hat die Mondseer Version für gut befunden und die Aufführung genehmigt.

Regisseur Max Reinhardt war von der Mondseer Darbietung angetan

Sehr schnell wurde der Jedermann im Karlsgarten über die Ortsgrenzen hinaus bekannt: „Es ist kaum zu glauben, dass es unweit von Salzburg noch einen weiteren so guten Jedermann gibt, … dies ist ein glückliches Theater!“, sagte damals Theaterregisseur Max Reinhardt, der den Mondseer Jedermann 1933 sah.

Aufführungstermine

Aufführungen: Samstag, 15. Juli; Samstag, 22. Juli; Samstag, 29. Juli; Samstag, 12. August; Samstag, 19. August, sowie Samstag, 26. August. Aufführungsort: Freilichtbühne im Karlsgarten (Eingang Allee), bei Schlechtwetter findet die Aufführung im Kultur- und Veranstaltungszentrum Sala Schloss Mondsee statt. An den Aufführungstagen wird bis spätestens 18 Uhr entschieden, wo die Aufführung stattfinden wird. Die Aufführung findet nur im äußersten Notfall im Ausweichort Sala Schloss Mondsee statt!

Kartenbestellung und Vorverkauf: Foto Schwaighofer, Tel. 0650/4586283. Die Abendkasse ist an den Spieltagen ab 19 Uhr an den jeweiligen Aufführungsorten geöffnet.


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