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MÜNZKIRCHEN/RIED. „Ich habe gespürt, wie er mir die Pistole angesetzt hat“, schildert die ehemalige 57-jährige Leiterin eines Supermarktes in Münzkirchen die Ereignisse vom 18. Dezember 2014. Als sie die Tageseinnahmen in Höhe von 12.800 Euro aus dem Geschäft zur Bank bringen wollte, wurde sie von einem Mann bedroht, sie überließ ihm das Geld.

Der 18-jährige gab zu am Raub beteiligt gewesen zu sein. Foto: Wodicka
Der 18-jährige gab zu am Raub beteiligt gewesen zu sein. Foto: Wodicka

„Er hat mir die Waffe angesetzt und nichts gesagt. Ich habe ihm gleich das Geld gegeben und bin weggerannt.“ Am Überfall beteiligt sollen zwei Brüder, 18 und 24 Jahre alt, gewesen sein. Für sie gilt die Unschuldsvermutung. In der vergangenen Woche fanden sich die Verdächtigen vor Andreas Rumplmayr am Landesgericht Ried wieder. Beide sitzen seit Juli 2015 in Untersuchungshaft. Ihnen wird schwerer Raub vorgeworfen. Während der Jüngere im Oktober ein Geständnis ablegte und zugab am Überfall beteiligt gewesen zu sein, jedoch nur Schmiere gestanden zu haben, weist sein älterer Bruder alle Vorwürfe von sich. Die Tat hätte ein Verwandter der Familie begangen, der zu dem Zeitpunkt in Münzkirchen zu Besuch war. Die Ermittlungen gegen die Brüder kamen ins Rollen, als der 24-Jährige und vermeintlich am Überfall Unbeteiligte zu Silvester 2014 mit der Tat prahlte, den Überfall nachstellte und vor den Augen seiner Freunde mehrere 50-Euro-Scheine zeriss. Den Raub hätten sie ihrem Verwandten in die Schuhe geschoben und ihm ein paar Hundert Euro bezahlt, damit er die Schuld auf sich nimmt, soll der 24-Jährige erzählt haben. Diese Aussagen seien seinem Alkohol- und Drogenkonsum geschuldet gewesen, meint der 24-Jährige. Der jüngere der beiden Angeklagten entlastet seinen Bruder ebenfalls und erklärt, er hätte die Tat mit dem Verwandten ausgemacht. Seinem älteren Bruder hätte er erst viel später davon erzählt. Dies würde bedeuten, dass sein älterer Bruder seit Juli unschuldig im Gefängnis sitzt. Als ihn der Richter mit diesem Argument konfrontiert, meint der 18-Jährige: „Ja das war mir egal.“ Sein Bruder erklärt bei seiner Aussage „sauer“ auf seinen jüngeren Bruder zu sein. Das erbeutete Geld hätte der Verwandte mit nach Bosnien genommen. „Wir wollten es zu einem späteren Zeitpunkt aufteilen“, meint der 18-Jährige. Auch der Verwandte sagte als Zeuge vor Gericht aus. „Vom Raub habe ich erst erfahren, als die Polizei nach mir fahndete“, meint dieser. Für die Bestellung weiterer Zeugen musste die Verhandlung vertagt werden.<


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