Steinbruch-Kirche bekommt ihre Glocken zurück
NEUFELDEN. Wenn früher in der St. Anna-Kirche in Steinbruch zur Messe geläutet wurde, erklangen gleich drei Glocken. Heute ist nur mehr die Größte des Glocken-Dreiklangs vorhanden. Strasser Steine-Geschäftsführer Johannes Artmayr und Organist Gustav Auzinger wollen gemeinsam den Urzustand wieder herstellen, wozu auch die traditionellen Adventstunden in der Kirche wieder reaktiviert werden.

25 Jahre lang traf sich eine illustre Runde von Freunden und Förderern der Steinbruch-Kirche immer kurz vor Weihnachten, um bei Musik und besinnlichen Gedanken das Jahr ausklingen zu lassen. Nach einigen Jahren Pause findet am 20. Dezember heuer wieder so eine Adventfeier statt. Nicht nur, um generell die Erhaltung des historischen Gebäudes zu unterstützen, sondern vor allem um der kleinen Filialkirche der Pfarre St. Peter ihre verschwundenen Glocken wieder zurückzugeben. „In den Kriegswirren sind zwei Glocken abhanden gekommen. Diese finanziert keine Diözese, keine Gemeinde – da muss man andere Wege suchen“, begründet Johannes Artmayr die Initiative. Für ihn ist die Kirche ein Juwel. Noch dazu passe Steinbruch einfach gut zu Strasser Steine, sagt Artmayr.
Geplant ist, die Glocken in historischer Weise gießen zu lassen. Die Aufhängung selbst ist noch vorhanden, weiß Organist Gustav Auzinger, der die ganze Kirche bis hinauf zum Glockenturm in- und auswendig kennt. Die Holzkonstruktion müsse statisch überprüft werden, aber „die Einbettung in Holz garantiert einen wirklich schönen Klang.“
Die noch vorhandene Glocke ist übrigens fast 500 Jahre alt, sie wurde 1521 von einem Passauer Büchsenmacher hergestellt. Die Kirche selbst ist noch ein paar Jährchen älter, sie wurde 1514 eingeweiht und in den letzten Jahren vollständig innen und außen saniert. Die Rückkehr des Glocken-Dreiklangs wäre die Krönung dieser Arbeiten.


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