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BEZIRK ROHRBACH. Dem warmen April ist es zu verdanken, dass der Maikäfer heuer besonders früh aus der Erde geschlüpft ist. Rund um Pfarrkirchen, Oberkappel Neustift schwirrt der Käfer heuer massenhaft. Und die Gebiete weiten sich aus.

  1 / 2   Schornsteinfeger, Müller oder Kaiser: Heuer können mancherorts eifrig Maikäfer gesammelt werden. Foto: Kostiantyn Kravchenko/Shutterstock.com

Nachdem vor zwei Jahren der Engerling, also die Maikäfer-Larve, die Wiesen kahl gefressen hat, hat heuer für den Käfer selbst das große Fressen begonnen. „Sie fressen das Laub von den Bäumen“, berichtet Bezirksbauernkammer-Obmann LAbg. Georg Ecker. Das ist zwar schlimm, wenn die Maikäfer wirklich massiv auftreten - viel mehr Sorgen macht ihm aber die Engerling-Plage, die nach dem starken Käferflug vorprogrammiert ist. „Die Weibchen legen die Eier auf Wiesen ab und in zwei Jahren werden die Larven die Wurzeln abfressen“, befürchtet Ecker. Betroffen sind wieder jene Gebiete, die ohnehin schon immer mit Engerlingen zu kämpfen haben. „Die Gebiete weiten sich aber aus. Der Maikäfer fliegt nicht nur rund um Oberkappel, sondern auch in Ulrichsberg, Klaffer bis hinunter nach Urfahr und Freistadt“, weiß Ecker.

Intaktes Ökosystem ist der beste Schutz

Er ergänzt, dass Wiesen, die intensiv genutzt werden, wesentlich widerstandsfähiger gegen Engerlinge sind. Das kann Karl Zimmerhackl von der Österreichischen Naturschutzjugend (önj) Haslach bestätigen, denn auch die extensiv genutzten Naturschutzgebiete der önj sind befallen. Allerdings „kommt ein funktionierendes Ökosystem mit solchen Situationen gut zurecht“, ist er überzeugt. „Krähen, Maulwürfe, Rebhühner, Fasane fressen die Maikäfer-Larven. Aber wenn Wiesen vier, fünf Mal im Jahr gemäht werden, ist klar, dass Rebhühner keine Chance haben. Man muss sich immer die großen Zusammenhänge anschauen“, sagt er. Einen kleinen Beitrag gegen die Plage könnte man manuell leisten. Zimmerhackl erinnert an früher, an die 50er-Jahre, als „wir Maikäfer gesammelt und den Hühner vorgeworfen haben. Die haben sich regelrecht draufgestürzt.“

Mit der Wärme kommt auch der Borkenkäfer

Für große Probleme sorgt auch ein weiterer kleiner Käfer: Mit steigenden Temperaturen beginnen die Borkenkäfer wieder zu schwärmen und können ganze Löcher in den Wald fressen. Umso wichtiger ist deshalb die regelmäßige, häufige Kontrolle. „Oft sind die Bäume in der Krone noch grün, aber der Kärfer ist schon drinnen. Sobald Einstiche zu sehen sind, gehört der Baum umgeschnitten“, betont Georg Ecker. Der Borkenkäfer fühlt sich vor allem in den niedrigeren Höhenlagen wohl und greift nur Fichtenbestände an. „Unter 600 Meter wird es mit der Fichte immer Probleme geben“, sagt Ecker, der zu Mischwäldern rät. Denn dieser sei resistenter gegen Schädlinge.


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