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Das Vermächtnis des Freigeists: Die Friedrich Gulda Edition ist ein Muss für jeden Musikfan

Tips LogoThomas Leitner, 23.09.2025 12:39

ÖSTERREICH. Friedrich Gulda: Das Vermächtnis des Freigeists erscheint als Mega-Edition. Diese Sammlung offenbart das komplette Schaffen eines Rebellen, der die Musikwelt revolutionierte.  

Friedrich Gulda auf seinem Balkon in Weissenbach am Attersee (Foto: Franz Neumayr/picturedesk.com)
Friedrich Gulda auf seinem Balkon in Weissenbach am Attersee (Foto: Franz Neumayr/picturedesk.com)

Friedrich Gulda war kein gewöhnlicher Musiker. Er war ein Rebell am Klavier, ein charismatischer Grenzgänger, der die Welt der klassischen Musik auf den Kopf stellte, indem er sie mutig mit Jazz und Improvisation verband. Ein Großteil dieser Inspiration fand er am Attersee, wo er in Steinbach über Jahrzehnte lebte, spielte und komponierte. Am 14. November 2025 erscheint die Friedrich Gulda Edition, eine monumentale Box, die sein gesamtes musikalisches Schaffen vereint und dabei einige spektakuläre Überraschungen bereithält.

Diese Edition ist mehr als eine bloße Werkschau. Sie ist das Portrait eines Künstlers, der bewusst Konventionen brach und damit „Klassik-Puristen in Aufruhr versetzte“, wie es einst im Magazin Gramophone hieß.

Die Box, bestehend aus 84 CDs und einer DVD, deckt eine Karriere von über 50 Jahren ab. Von Guldas ersten Aufnahmen im Alter von 17 Jahren bis zu seinem letzten Album aus dem Jahr 1999. Ein absolutes Highlight ist die Sensation, die bisher verschollen geglaubte Weltersteinspielung von Bachs Toccata c-Moll aus dem Jahr 1947, die kürzlich aus einer alten Metallmatrize rekonstruiert werden konnte.

Die Vielseitigkeit Guldas zeigt sich auch in zwei kompletten Zyklen der Beethoven-Sonaten und der Debussy-Préludes, die seine einzigartige Interpretationskunst beweisen. Auch der Brückenschlag zwischen den Welten ist zu hören, in den legendären Jazz-Kooperationen mit Größen wie Chick Corea und Dizzy Gillespie sowie in unveröffentlichten Alben wie Gulda Jazz und The Master. Seine eigenwilligen Kompositionen, darunter Werke wie das Concerto for Myself und Concerto for Ursula, beweisen Guldas kreative Unabhängigkeit.

Friedrich Gulda war ein Visionär. Er initiierte 1981 den Münchner Klaviersommer, um experimentelle Musik zu fördern, und seine Arbeit reicht von Bach und Mozart bis hin zu seinen eigenen avantgardistischen Kompositionen. Die Edition dokumentiert auch seine Zusammenarbeit mit Ikonen wie Claudio Abbado und Pierre Fournier.

Mit einem umfangreichen Begleitheft, das seltene Fotos und Essays von Guldas Biografin Irene Suchy enthält, ist die Friedrich Gulda Edition eine umfassende und würdige Hommage an einen der größten musikalischen Freigeister des 20. Jahrhunderts.


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