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Alarmstufe Rot in Tirol: Erster Japankäfer auf Raststätte Angath Süd entdeckt

Tips LogoThomas Leitner, 30.09.2025 17:07

TIROL. Exotische Gäste sind nicht immer willkommen: In Tirol wurde erstmals ein Japankäfer an der Raststätte Angath Süd entdeckt. Der Schädling bedroht Rasenflächen, Zierpflanzen und Gemüse. Obwohl es nur ein Einzelfund ist, reagieren die Behörden sofort. So erkennst und meldest du den ungebetenen Eindringling.

Der Japankäfer kann große Schäden verursachen (Foto: Agroscope/Giselher Grabenweger)
Der Japankäfer kann große Schäden verursachen (Foto: Agroscope/Giselher Grabenweger)

Ein kleiner Käfer sorgt aktuell in Tirol für Aufsehen. Im Rahmen des offiziellen Überwachungsprogramms gelang dem Pflanzenschutzdienst Mitte September 2025 der erste Nachweis eines Japankäfers (Popillia japonica) in der Region. Er tappte in eine Lockfalle an der vielbefahrenen Autobahnraststätte Angath Süd. Die Bestätigung durch das nationale Referenzlabor der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) folgte rasch. Der Fund gilt als Einzelfund, was die Hoffnung lässt, dass sich der Schädling noch nicht dauerhaft ansiedeln konnte. Trotzdem wurden die Kontrollen umgehend ausgeweitet und zusätzliche Fallen aufgestellt, denn die Gefahr für private Gärten und Zierpflanzen ist ernst.

Darum ist der Japankäfer ein Albtraum für Hobbygärtner 

Der Japankäfer stammt ursprünglich aus Asien und ist in der Europäischen Union als gefährlicher Quarantäneschädling eingestuft. Er kann gewaltige Schäden anrichten und macht vor kaum einer Pflanze halt. Die ausgewachsenen Käfer sind wahre Feinschmecker und knabbern an Blättern, Blüten und Früchten unzähliger Zierpflanzen und Obstgehölze. Sie können einen Rosenstock oder einen Strauch innerhalb kürzester Zeit kahlfressen.

Ebenso problematisch sind die Larven, die Engerlinge, die sich im Boden entwickeln. Sie sind die heimlichen Saboteure deines Traumes vom perfekten Rasen und reichen Ernteerträgen, indem sie die Wurzeln von Gras, Mais, Gemüse und anderen Kulturen fressen. Die resultierenden Schäden ähneln denen, die man bereits von unseren heimischen Maikäfern oder Gartenlaubkäfern kennt, sind aber potenziell viel weitreichender.

Wie der Schädling nach Tirol kam 

Tirol ist seit Jahren Teil des österreichweiten Überwachungsprogramms. Die speziellen Lockstofffallen werden gezielt entlang wichtiger Transport- und Reiserouten wie Autobahnen und LKW-Stellplätzen eingesetzt. Das liegt daran, dass der Japankäfer seine weiten Reisen meist als „blinder Passagier“ zurücklegt – versteckt in Autos, Lastwagen oder im Gepäck. Er kann zwar fliegen, nutzt den Verkehr aber als effizientestes Reisemittel. Der Fund in Angath, direkt an der Autobahn, bestätigt diese Beförderungsstrategie und zeigt, wie wichtig die lückenlose Überwachung dieser Hotspots ist.

Mithilfe ist jetzt gefragt 

Andreas Tschöll, der Leiter des amtlichen Pflanzenschutzdienstes Tirol, betont, dass die Unterstützung der Bevölkerung im Kampf gegen eine Ausbreitung des Käfers entscheidend ist. „Wir kontrollieren laufend. So können wir neue Einträge rasch entdecken. Auch die Bevölkerung kann uns mit aufmerksamen Meldungen entscheidend unterstützen“, erklärt er. Wenn du einen Käfer findest, der wie ein Japankäfer aussieht, ist eine schnelle und korrekte Meldung extrem wichtig, um eine Ansiedlung in deinem Garten oder deiner Region zu verhindern.

Wer einen Verdacht auf den Fund eines Japankäfers hat, sollte das Tier sichern (beispielsweise in einem verschlossenen Behälter im Tiefkühlfach) und umgehend melden. Vorher sollte der Fundort sowie das Datum notiert und detaillierte Fotos des Käfers gemacht werden. Die Meldung kann direkt beim Amtlichen Pflanzenschutzdienst Tirol oder über die offizielle Plattform der AGES erfolgen.


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