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Neues Leben im Bach: Diese Maßnahme sichert Fortbestand seltener Fische im Ziller-Zubringer

Tips LogoThomas Leitner, 16.10.2025 08:47

TIROL. Experten sorgen am Schlitterer Gießen für die Aufbereitung wichtiger Laichplätze. Bagger lockern den Kies auf, was Bachforellen und Äschen dringend für die Fortpflanzung benötigen.

INNsieme connect Laichplatzaufbereitung Schlitters (Foto: Julian Haberl)
INNsieme connect Laichplatzaufbereitung Schlitters (Foto: Julian Haberl)

Im Schlitterer Gießen, einem wichtigen Seitengewässer des Tiroler Zillers, entstehen derzeit ideale Bedingungen für die Fortpflanzung von Bachforelle und Äsche. Pünktlich zur Laichzeit wird auf drei Flussabschnitten der Kiesboden aufgelockert – ein entscheidender Schritt, um den Fischen wieder natürliche Laichplätze zu bieten. Durch menschliche Eingriffe wie Verbauungen sind solche Kieslebensräume vielerorts verschwunden, was den Bestand heimischer Arten gefährdet.

Kies als Grundlage neuen Lebens

Das Auflockern des Kieses ist für den Fortbestand der Fischpopulationen unverzichtbar. Marianne Götsch vom WWF Österreich erklärt, dass die Maßnahme Teil des grenzübergreifenden Projekts INNsieme connect ist, das gemeinsam mit dem Tiroler Fischereiverband und Partnern aus Bayern und Tirol den Artenschutz entlang des Inns fördert.

Der Schlitterer Gießen wurde bereits 2021 renaturiert und wieder an den Ziller angebunden, wodurch Fischen ein ungehinderter Aufstieg ermöglicht wurde. Doch das Flussbett verfestigte sich über die Jahre erneut – eine Nachbesserung war nötig, um den Fortpflanzungserfolg langfristig zu sichern.

Erste Erfolge sichtbar

„Viele Tiroler Flüsse sind stark beeinflusst oder verbaut. Dadurch geht die natürliche Dynamik verloren und Feinsedimente verstopfen das Flussbett“, erklärt Zacharias Schähle, Geschäftsführer des Tiroler Fischereiverbands. Für Arten wie Bachforelle und Äsche seien durchströmte Kiesflächen essenziell. Dass die Maßnahme wirkt, zeigte sich rasch: Schon kurz nach der Sanierung kehrte die erste Bachforelle zum Laichen zurück – ein deutliches Zeichen für den Erfolg des Projekts.

Forschung begleitet das Projekt

Die Technische Universität München begleitet die Arbeiten wissenschaftlich. Joachim Pander vom Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie betont, dass Fische äußerst sensibel auf Umweltveränderungen reagieren. Deshalb sei aktives menschliches Eingreifen notwendig, um natürliche Prozesse wiederherzustellen.

Gemeinsam für den InnDas EU-geförderte Projekt INNsieme connect wird durch das Förderprogramm Interreg Bayern–Österreich 2021–2027 und das Land Tirol unterstützt. Ziel ist es, den Inn und seine Zuflüsse als vielfältigen Lebensraum für Natur und Mensch zu erhalten und zu stärken.


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