Unternehmen aus Niederösterreich meldet Insolvenz: 319 Mitarbeiter betroffen
EBERGASSING. Schwere Zeiten für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich: Die Eitek GmbH mit Sitz in Ebergassing ist insolvent. Der traditionsreiche Automobilzulieferer hat am 16. Jänner 2026 ein Sanierungsverfahren beantragt.
Die Nachricht trifft die Region hart, insgesamt sind 319 Mitarbeiter von der Pleite betroffen. Auch für zahlreiche Zulieferer und Geschäftspartner bedeutet die Insolvenz eine massive Zäsur.
Millionenschulden und hunderte Gläubiger
Nach Angaben der Gläubigerschutzverbände belaufen sich die Verbindlichkeiten des Unternehmens auf rund 36 Millionen Euro. Insgesamt sind 272 Gläubiger in das Verfahren involviert. Sollte es zu einer Betriebsschließung kommen, könnten sich die finanziellen Schäden noch deutlich erhöhen. In diesem Fall werden mögliche Schadenersatzforderungen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich befürchtet.
Sanierung statt Stillstand
Trotz der angespannten Lage soll der Betrieb vorerst weitergeführt werden. Die Geschäftsführung strebt eine Sanierung an und setzt auf einen Sanierungsplan mit einer Gläubigerquote von 30 Prozent. Ziel ist es, den Produktionsstandort zu erhalten, bestehende Kundenbeziehungen abzusichern und möglichst viele Arbeitsplätze zu retten. Ob dieser Plan aufgeht, hängt nun von der Zustimmung der Gläubiger und dem weiteren Verlauf des Verfahrens ab.
Krise der Automobilbranche als Hauptursache
Als Auslöser der finanziellen Schieflage gilt die anhaltende Krise in der Automobilindustrie. Steigende Kosten, Inflation, ein deutlicher Nachfragerückgang sowie die allgemeine Unsicherheit in der Branche haben den Druck auf den Zulieferer massiv erhöht.
Traditionsbetrieb mit internationalem Ruf
Die Eitek GmbH blickt auf eine lange Unternehmensgeschichte zurück. Gegründet im Jahr 1850 als Teppichfabrik, entwickelte sich der Betrieb ab den 1980er Jahren zu einem international gefragten Spezialisten für Komplettinnenausstattungssysteme in der Automobilindustrie. Zu den Kunden zählen renommierte Marken wie BMW, Maserati und Lamborghini. Umso größer ist nun der Schock über die wirtschaftliche Notlage.
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