Eisenbahn-Zukunft: Warum die ÖBB jetzt komplett umgekrempelt wird
WIEN. Frischer Wind auf den Schienen. Mobilitätsminister Peter Hanke bringt eine ÖBB-Strukturreform ins Rollen, die dem Konzern neue Freiheiten verschafft.

Die ÖBB stellt die Weichen für eine radikale Neuausrichtung. Nach der Ankündigung von Mobilitätsminister Peter Hanke, den Staatsbetrieb effizienter zu gestalten, zeigt sich ÖBB-Chef Andreas Matthä begeistert. Die Botschaft ist klar: Die Bahn braucht mehr Luft zum Atmen und deutlich mehr unternehmerischen Handlungsspielraum.
Mehr Speed für die Digitalisierung
Der Druck auf die Schiene wächst. Immer mehr Menschen nutzen öffentliche Verkehrsmittel, gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb. Matthä sieht die Reform als notwendigen Befreiungsschlag: „Die ÖBB stehen vor großen Herausforderungen, die Nachfrage im öffentlichen Verkehr wächst kontinuierlich, der Wettbewerb ebenso, darüber hinaus müssen wir uns an die technischen Veränderungen – Stichwort Digitalisierung – rascher anpassen können.“ Um dieses Tempo halten zu können, fordert der CEO beweglichere Rahmenbedingungen und bringt sogar eine Novelle des Bundesbahngesetzes ins Spiel.
Kein Köpferollen, sondern Krisenfestigkeit
Wer nun auf ein großes Stühlerücken in der Chefetage hofft, wird enttäuscht. Matthä erstickt Spekulationen über personelle Veränderungen im Keim. Er stellt klar: „Es geht hier nicht um neue Namen oder Köpfe. Es geht darum, 'eine ÖBB' zu stärken, sie resilienter zu machen, damit wir besser auf Krisen und aktuelle Marktentwicklungen reagieren können.“ Ein funktionierendes System sei gerade in Notfällen essenziell für die Versorgung.
Nun beginnt die Detailarbeit. Die ÖBB erarbeitet im Auftrag des Ministeriums ein Konzept, das als Fundament für den Prozess dient. Das Ziel ist ambitioniert: Pünktlich zum Jahresbeginn 2027 soll die neue Struktur an der Startlinie stehen und die Bahn fit für die kommenden Jahrzehnte machen.
„Wir bereiten alles vor und werden ein entsprechendes Konzept ausarbeiten, das als Grundlage für die Reform und den Strukturprozess dienen soll. Nun werden wir alles daransetzen, um die Neustrukturierung mit Anfang des Jahres 2027 an die Startlinie bringen zu können“, so ÖBB CEO Andreas Matthä.


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