Roboter-OP über 2.000 Kilometer: Chirurg operiert Krebspatienten aus London – Patient liegt in Gibraltar
EUROPA. Medizinische Premiere in Europa. Ein Chirurg in London operiert einen Krebspatienten in Gibraltar – gesteuert über einen Roboter aus mehr als 2.000 Kilometern Entfernung.

Eine medizinische Innovation sorgt derzeit international für Aufsehen. Ein Chirurg in London hat erstmals einen Krebspatienten in Gibraltar operiert – obwohl zwischen Arzt und Patient mehr als 2.000 Kilometer liegen. Möglich wurde der Eingriff durch moderne Robotik und eine extrem schnelle Datenverbindung.
Der Patient, ein 62-jähriger Mann, musste wegen Prostatakrebs operiert werden. Während er im St Bernard’s Hospital in Gibraltar auf dem Operationstisch lag, steuerte der Chirurg die Instrumente von einer Konsole in der London Clinic aus. Zwischen beiden Orten bestand eine stabile Glasfaserverbindung mit minimaler Verzögerung.
Roboterarme übernehmen die Präzisionsarbeit
Zum Einsatz kam ein hochentwickeltes Operationssystem mit mehreren Roboterarmen und einer hochauflösenden 3D-Kamera. Der Chirurg führte die Bewegungen über eine Steuerkonsole aus, die Signale wurden in Echtzeit an den Roboter im Operationssaal übertragen.
Vor Ort in Gibraltar war zusätzlich ein medizinisches Team anwesend, das den Eingriff überwachte und im Notfall hätte eingreifen können. Die Operation verlief ohne Komplikationen.
Zukunft der Telechirurgie
Der Eingriff gilt als bedeutender Schritt für die sogenannte Telechirurgie. Experten sehen darin enormes Potenzial, um hochspezialisierte Operationen auch in Regionen zu ermöglichen, in denen erfahrene Chirurgen nicht vor Ort sind.
Langfristig könnte diese Technologie dafür sorgen, dass Spitzenmediziner Patienten weltweit behandeln – ohne selbst reisen zu müssen.


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