Unicredit legt Übernahmeangebot für Commerzbank vor
FRANKFURT. Die italienische Großbank Unicredit hat am Montag, 16. März 2026, ein freiwilliges Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt. Die Offerte sieht neue Unicredit Aktien für Commerzbank Aktionäre vor und bewertet die Frankfurter Bank mit rund 35 Milliarden Euro. Mit dem Schritt will Unicredit die Beteiligung über 30 Prozent heben, nach eigenen Angaben aber keine Kontrolle übernehmen.

Wie das Handelsblatt am 16. März 2026 berichtet, rechnet Unicredit mit einem Umtauschverhältnis von 0,485 neuen eigenen Aktien je Commerzbank Aktie. Daraus ergäbe sich ein impliziter Preis von 30,80 Euro je Aktie und ein Aufschlag von rund vier Prozent auf den Schlusskurs vom 13. März 2026.
Unicredit ist bereits größte Einzelaktionärin der Commerzbank. Direkt hält das Institut rund 26 Prozent, über weitere Finanzinstrumente kommen laut dem Unternehmen insgesamt knapp 29,9 Prozent zusammen.
Angebot zielt auf wichtige Schwelle
Mit der Offerte will Unicredit die im deutschen Übernahmerecht wichtige 30 Prozent Marke überschreiten. Die Bank bezeichnet den Schritt als Grundlage für einen konstruktiven Dialog mit der Commerzbank und weiteren Stakeholdern.
Eine Mehrheit an der Commerzbank wird laut der begleitenden Mitteilung derzeit nicht angestrebt. Zugleich würde das Überschreiten der Schwelle den Italienern mehr Spielraum geben, weil sie ihre Beteiligung trotz des laufenden Aktienrückkaufprogramms der Commerzbank nicht mehr laufend unter 30 Prozent halten müssten.
Angebot soll im Mai folgen
Die Angebotsunterlage soll nach derzeitiger Planung Anfang Mai veröffentlicht werden. Die Annahmefrist dürfte laut Unicredit rund vier Wochen betragen.
Ebenfalls im Mai ist eine außerordentliche Hauptversammlung geplant, auf der die nötige Kapitalerhöhung beschlossen werden soll. Vorbehaltlich aller Bedingungen und regulatorischen Freigaben rechnet Unicredit mit einem Vollzug bis zur ersten Jahreshälfte 2027.


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