Hahnenkamm-Unglück: Pistenraupen-Seil wird Münchner Skifahrer zum Verhängnis
KITZBÜHEL. Ein Ski-Ausflug in Kitzbühel endete für einen Münchner im Fiasko. Auf einer gesperrten Piste wurde ein fast unsichtbares Windenseil zur lebensgefährlichen Falle.

Schreckmomente im legendären Skigebiet Kitz Ski: Was als Ausklang eines Skitages geplant war, endete am Samstagabend in einer Tragödie. Ein 44-jähriger Skifahrer aus München verunglückte auf der legendären Hahnenkamm-Abfahrt schwer, nachdem er die Warnsignale einer Pistenabsperrung missachtet hatte.
Gegen 18:20 Uhr befand sich der Münchner gemeinsam mit einem 43-jährigen Freund aus dem Landkreis Starnberg auf dem Rückweg ins Tal. Die beiden Männer wählten für die Abfahrt vom Bergrestaurant „Sonnenrast“ in Richtung der Hahnenkammbahn die blau markierte Piste Nr. 36. Das Problem: Die Abfahrt war zu diesem Zeitpunkt bereits gesperrt – eine lebensgefährliche Situation, wie sich nur Augenblicke später zeigen sollte.
Die unsichtbare Falle auf der Piste
Während die Wintersportler talwärts schwangen, übersahen sie im Dämmerlicht die Gefahr. Quer über der Piste gespannt befand sich ein Windenseil einer Pistenraupe, das unmittelbar über der Schneeoberfläche verlief. Der vorausfahrende Starnberger hatte unglaubliches Glück: Er überfuhr das Stahlseil gerade noch rechtzeitig und konnte einen Sturz vermeiden.
Doch sein Begleiter aus München hatte keine Chance. Er fädelte mit seinen Skiern unter dem massiven Seil ein und wurde bei voller Fahrt zu Boden gerissen. Der Aufprall war so heftig, dass der 44-Jährige schwerste Verletzungen erlitt.
Notarzthubschrauber im Einsatz
Die Rettungskette lief sofort an. Nach einer Erstversorgung durch den Notarzt vor Ort musste der Schwerverletzte mit dem Rettungshubschrauber „C4“ direkt in die Universitätsklinik Innsbruck geflogen werden.
Das illegale Befahren gesperrter Pisten hat nun auch rechtliche Konsequenzen. Wie die Polizei Tirol in ihrer Presseaussendung mitteilt, sind die Ermittlungen vor Ort abgeschlossen: „Nach Abschluss der Erhebungen werden Berichte an die Staatsanwaltschaft Innsbruck und die Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel erstattet.“ Für die beiden Wintersportler wird das Ski-Abenteuer somit ein juristisches Nachspiel haben.


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