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Alarm bei Kinderkleidung: Studie findet erhöhte Bleiwerte

Tips LogoVerena Beneder, LL.B., 26.03.2026 17:31

USA. Wie sicher ist Fast Fashion für Kinder? Forscherinnen einer Universität in Indianapolis analysierten mehrere T-Shirts für Kinder, die über verschiedene Anbieter im Fast-Fashion-Segment verkauft wurden. Berichten zufolge wurden in allen untersuchten Proben Bleigehalte festgestellt, die über dem in den USA geltenden Grenzwert für Kinderprodukte lagen.

Symbolbild: urika/stock.adobe.com
Symbolbild: urika/stock.adobe.com

Die Ergebnisse wurden auf einer Fachkonferenz der American Chemical Society vorgestellt und sind bislang nicht in einem wissenschaftlichen Fachjournal veröffentlicht.

Auffällige Unterschiede bei den Farben

Ein deutliches Muster zeigte sich bei der Farbwahl der Kleidung. Besonders kräftige Farben wie Rot und Gelb wiesen höhere Belastungen auf als hellere oder gedeckte Töne. Fachleute vermuten, dass bestimmte Farbstoffe oder chemische Zusätze dafür verantwortlich sein könnten, die in der kostengünstigen Produktion eingesetzt werden. Gerade bei schnell produzierter Ware könnten Kontrollen uneinheitlich ausfallen.

Warum Kinder besonders gefährdet sind

Im Rahmen der Untersuchung wurde auch betrachtet, wie Blei aus Textilien aufgenommen werden könnte. Dabei ging es um typische Verhaltensweisen von Kleinkindern, etwa wenn sie Stoffe in den Mund nehmen oder daran kauen. Die Berechnungen deuten darauf hin, dass bei regelmäßigem Kontakt eine Aufnahme möglich ist, die über empfohlenen Richtwerten liegen kann. Es handelt sich dabei jedoch um Modellrechnungen und nicht um direkte Messungen bei Kindern. Unabhängig davon gilt Blei als besonders kritisch, da es die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems beeinträchtigen kann.

Ergebnisse nur eingeschränkt übertragbar

Trotz der auffälligen Befunde bleibt die Aussagekraft begrenzt. Untersucht wurde nur eine kleine Anzahl von Kleidungsstücken. Zudem liegt bislang keine ausführliche Veröffentlichung in einem Fachjournal vor. Es ist daher nicht klar, wie verbreitet solche Belastungen tatsächlich sind oder ob bestimmte Anbieter stärker betroffen sind als andere.

Unterschiede bei Grenzwerten

Ein weiterer Punkt betrifft die gesetzlichen Vorgaben. Die Grenzwerte für Blei in Kinderprodukten unterscheiden sich international. In den USA gelten teils strengere Regeln als in Europa. Dadurch kann es vorkommen, dass Produkte in einem Land beanstandet werden, während sie in einem anderen weiterhin verkauft werden dürfen. 


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