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GREENBELT/USA. Ein Team von Astronomen hat in der Galaxie M82, auch Zigarrengalaxie genannt, erstmals direkt gemessen, wie schnell extrem heißes Gas aus dem Zentrum nach außen strömt. Das Weltraumteleskop XRISM erfasste einen Wind von mehr als drei Millionen Kilometern pro Stunde. Die NASA veröffentlichte die Ergebnisse am 25. März auf ihrer Website.

Zigarrengalaxie M 82 (Illustration); Bild: KI-generiert
Zigarrengalaxie M 82 (Illustration); Bild: KI-generiert

M82 liegt rund zwölf Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Großer Bär. Die Galaxie bildet für ihre Größe ungewöhnlich viele Sterne und gilt deshalb als Starburst Galaxie, also als Galaxie mit besonders heftiger Sternentstehung. Nach Angaben der Forscher entstehen dort etwa zehnmal so viele Sterne wie in der Milchstraße.

Gemessen wurde der heiße Wind mit dem Instrument Resolve an Bord von XRISM. Die Mission des japanischen Weltraumteleskops wird von der JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) geleitet mit Beteiligung von NASA und ESA. XRISM beobachtet Bereiche der weichen Röntgenstrahlung.

Laut NASA wertete das Team rund um Erin Boettcher Röntgenlicht von stark erhitztem Eisen im Zentrum der Galaxie aus. Über den Doppler Effekt, also die Veränderung des Lichts durch Bewegung, ließ sich die Geschwindigkeit des Gases bestimmen. Das Material bewegt sich mit mehr als 3 Millionen Kilometern pro Stunde.

Heißes Gas treibt den kühleren Wind der Galaxie an

Die Auswertung zeigt auch, dass das Gas im Zentrum rund 25 Millionen Grad Celsius heiß ist. Dieser hohe Druck drückt das Material nach außen und kann offenbar den bekannten kühleren Wind der Galaxie antreiben. Dieser reicht bis zu 40000 Lichtjahre weit ins All und transportiert große Mengen an Gas und Staub.

Nach den Berechnungen stößt das Zentrum von M82 jedes Jahr genug Gas aus, um daraus sieben Sterne mit der Masse unserer Sonne zu bilden. Damit stützt die Messung eine alte Annahme der Astronomie, wonach starke Sternentstehung und Supernova Explosionen gewaltige galaktische Winde auslösen.

Neue Daten werfen neue Fragen auf

Ganz abgeschlossen ist die Erklärung aber noch nicht. Das Team geht davon aus, dass der gemessene heiße Wind den größeren kühlen Ausfluss antreiben kann. Noch ungeklärt ist, wo ein Teil der Materie (ca. drei Sonnenmassen) hingeht. Weitere Beobachtungen mit XRISM sollen nun zeigen, wohin dieser Anteil des Gases verschwindet.

Für die Forschung ist das ein wichtiger Schritt. Viele Modelle zu solchen Galaxien stammen aus den 1980er Jahren. Erst jetzt lassen sich die Geschwindigkeiten im heißen Gas direkt messen und mit den alten Vorhersagen vergleichen.


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