Reisewarnung in Italien: Armee evakuiert Hotelgäste
ABRUZZO. Drama in Italien: In der Region Abruzzo haben außergewöhnlich starke Schneefälle mehrere Hotels, Ferienwohnungen und Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. Besonders betroffen ist das Skigebiet Passolanciano auf der Maiella zwischen den Provinzen Pescara und Chieti.

Berichten zufolge waren dort am Donnerstag mindestens 13 Personen mehrere Stunden in einem Hotel eingeschlossen.
Rekordschnee blockiert Straßen und Zufahrten
Die Schneehöhen in der Region erreichen stellenweise über drei Meter. Zufahrtsstraßen zu Hotels, Ferienwohnungen und kleinen Dörfern sind komplett unpassierbar. Neben Hotelgästen waren auch Mitarbeiter der Unterkunft und Techniker, die zuvor bei der Räumung der Straßen im Einsatz waren, in der Struktur eingeschlossen. Zahlreiche Haushalte in der Umgebung sind weiterhin von der Versorgung abgeschnitten, Strom- und Gasleitungen unterbrochen.
Armee und Spezialfahrzeuge im Einsatz
Um die eingeschlossenen Personen zu erreichen, wurde der Nono Reggimento Alpini der italienischen Armee alarmiert. Mit speziell ausgerüsteten Fahrzeugen wurden umgestürzte Bäume und massive Schneemassen entfernt, um die Evakuierung zu ermöglichen. Auch andere Straßen im Chietino, etwa zu abgelegenen Hotels und Ferienwohnungen, sind nur mit Kettenfahrzeugen passierbar.
Weitere betroffene Gebiete
Nicht nur Passolanciano ist betroffen: Dörfer wie Colledimezzo, Fraine und Castiglione Messer Marino sind derzeit isoliert. Zahlreiche Straßen sind gesperrt, öffentliche Einrichtungen nur eingeschränkt erreichbar. Hotels, Ferienwohnungen und private Häuser bleiben teilweise unversorgt.
Extremes Naturereignis im April
Schneemengen in diesem Ausmaß sind für den Monat April außergewöhnlich. Experten betonen, dass die Kombination aus anhaltendem Schneefall, starkem Wind und hoher Feuchtigkeit die Lage verschärft und die Mobilität sowie die Infrastruktur der Region massiv beeinträchtigt. Für Einheimische und Touristen ist die Situation weiterhin kritisch. Behörden warnen Reisende.
Evakuierungen und Lageentwicklung
Die Armee konnte die Straßen im versante pescarese wieder freiräumen, sodass die eingeschlossenen Personen das Hotel verlassen konnten. Dennoch bleibt die Lage in vielen Teilen Abruzzos angespannt. Behörden und Hilfsorganisationen rufen dazu auf, die Region nur im Notfall zu befahren und die aktuellen Warnungen der Protezione Civile zu beachten.

