Sterne rotieren laut Studie kurz vor ihrem Tod langsamer oder auch schneller
KYOTO/JAPAN. Ein Forscherteam der Universität Kyoto zeigt mit einer dreidimensionalen Simulation, wie Magnetfelder die Rotation massereicher Sterne kurz vor ihrem Ende verändern können. Die Studie erschien am Montag, 27. April 2026, in The Astrophysical Journal.

Sterne verlieren im Laufe ihres Lebens meist stark an Drehung. Forschende sprechen vom Drehimpuls, also der Menge an Drehbewegung in einem Körper. Bei massereichen Sternen kann dieser Wert bis zum Lebensende um das Hundertfache bis Tausendfache sinken. Warum dies so ist, wurde bisher noch nicht restlos erforscht.
Blick ins Innere der Sterne
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Asteroseismologie, also die Messung von natürlichen Sternschwingungen. Mit ihr können Forschende heute besser abschätzen, wie schnell sich innere Bereiche anderer Sterne drehen und wie Magnetfelder dort wirken.
3-D Simulation zeigt, dass Rotation auch schneller werden könnte
Wie phys.org berichtet, untersuchte das Forscherteam , wie Konvektionsströmungen des Plasmas, Rotation und Magnetfelder zusammenwirken. Dafür nutzten die Wissenschaftler eine dreidimensionale magnetohydrodynamische Simulation. Der Fachbegriff bedeutet, dass die Interaktionen der Strömungen des Plasmas im Stern mit dem Magnetfeld berechnet werden.
Das Ergebnis: Die Geschwindigkeit und Richtung der Konvektionsströme werden durch Rotation und Magnetfeld beeinflusst. Dadurch kann der Sternkern langsamer werden. Überraschend war, dass es in der Simulation aber auch Fälle gibt, in denen Sterne schneller rotieren.
Die neuen Berechnungen deuten darauf hin, dass bisherige Modelle zum Abbremsen von Sternen nicht alles erklären. Das Team will nun Simulationen für ganze Sternleben erstellen, von leichteren bis zu sehr massereichen Sternen.


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