James Webb Teleskop entdeckt Wasserwolken auf fernem Riesenplaneten
HEIDELBERG/DEUTSCHLAND. Einem internationalen Forschungsteam ist mithilfe des James Webb Weltraumteleskops ein Durchbruch in der Erforschung von Exoplaneten gelungen. In der Atmosphäre des Gasriesen Epsilon Indi Ab wurden Hinweise auf dichte Wasserwolken gefunden. Die Entdeckung liefert neue Erkenntnisse über Welten, die unserem Jupiter ähneln.

Astronomen unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg haben den Planeten Epsilon Indi Ab genauer unter die Lupe genommen. Dieser Gigant besitzt etwa die 7,6-fache Masse des Jupiters und umkreist einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Indianus. Wie das Max-Planck-Institut für Astronomie am 22. April 2026 auf ihrer Website berichtet, weist die Atmosphäre des Planeten eine Besonderheit auf, die so bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte.
Überraschenderweise deuten die Messdaten auf die Existenz von Wolken aus Wassereis hin. Dies ist insofern bemerkenswert, als bei Jupiter vornehmlich Spuren von Ammoniak in den äußeren Schichten der Atmosphäre vorherrscht. Für die Wissenschaft ist dieser Fund von großer Bedeutung, da bisherige Computermodelle von Exoplaneten oft zu einfach gestrickt waren und solche komplexen Wetterphänomene kaum berücksichtigten.
Herausforderung für die Wissenschaft
Die direkte Beobachtung von Planeten wie Epsilon Indi Ab gilt als besonders schwierig. Während viele bisher entdeckte Exoplaneten extrem heiß sind, ist dieser Gasriese mit Temperaturen zwischen minus 70 und plus 20 Grad Celsius vergleichsweise kühl. Das Team nutzte das MIRI-Instrument des Teleskops, um den Planeten direkt abzubilden und das Licht des Muttersterns auszublenden.
Durch den Vergleich verschiedener Infrarot-Filter stellten die Forscher fest, dass weniger Ammoniak messbar war als ursprünglich erwartet. Die plausibelste Erklärung dafür ist eine dichte, aber lückenhafte Wolkendecke aus Wassereis. Diese erinnert in ihrer Struktur an die hohen Zirruswolken in der Erdatmosphäre.
Wegweiser zur zweiten Erde
Diese Erkenntnisse dienen den Wissenschaftlern als wichtiger Testlauf für die Zukunft. Das langfristige Ziel der Astronomie bleibt die Suche nach einer zweiten Erde und möglichen Spuren von Leben im All. Die Charakterisierung kalter Gasriesen wie Epsilon Indi Ab hilft dabei, die Beobachtungstechniken für noch kleinere, erdähnliche Planeten mit Wasservorkommen zu verfeinern.
Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Astrophysical Journal Letters veröffentlicht. Zukünftige Missionen, wie das Nancy Grace Roman Weltraumteleskop der NASA, sollen die reflektierenden Wolken noch detaillierter untersuchen können. Bis dahin plant das Team um Elisabeth Matthews weitere Beobachtungszeit am James Webb Teleskop, um noch mehr über die fernen, kalten Welten und deren atmosphärische Komplexität zu erfahren.


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