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TOKIO/JAPAN. Ein Forschungsteam der Tokyo University of Science hat erstmals gezeigt, dass Positronium als Welle interferieren kann. Das kurzlebige exotische Atom besteht aus einem Elektron und seinem Antimaterie Gegenstück, dem Positron. Die Ergebnisse wurden in Nature Communications veröffentlicht.

Experiment weist Wellencharakter des Positroniums nach; Foto: gerd2709
Experiment weist Wellencharakter des Positroniums nach; Foto: gerd2709

Wie ScienceDaily am 28. April 2026 berichtet, gelang der Nachweis mit einem kontrollierten Positronium-Strahl, der durch eine dünne Graphenschicht geschickt wurde. Die Messungen zeigten ein klares Beugungsmuster.

Positronium verhält sich wie ein einziges Objekt

Für den Versuch erzeugten die Forscher zunächst negativ geladenes Positronium. Mit einem präzise getakteten Laser entfernten sie anschließend ein zusätzliches Elektron und erhielten so einen neutralen, schnellen und gerichteten Strahl.

Dieser Strahl traf auf eine Graphenfolie aus zwei bis drei Lagen. Die Abstände der Atome passten zur Wellenlänge des Positroniums, wodurch die Beugung sichtbar wurde.

Damit bestätigt das Team, dass Positronium nicht wie zwei getrennte Teilchen reagiert. Elektron und Positron verhalten sich gemeinsam wie ein einziges Quantenobjekt.

Neue Tests mit Antimaterie möglich

Der Nachweis ist für die Grundlagenphysik wichtig, weil er die Welle-Teilchen-Doppelnatur in einem besonderen Materie-Antimaterie-System zeigt. Positronium ist elektrisch neutral und lebt nur sehr kurz, eignet sich aber für präzise Experimente.

Künftig könnten solche Interferenzversuche helfen, offene Fragen zur Antimaterie zu untersuchen. Dazu zählt auch, wie Antimaterie auf Schwerkraft reagiert.

Auch für Materialanalysen könnte Positronium interessant werden. Weil es keine elektrische Ladung trägt, könnte es empfindliche Oberflächen schonender untersuchen als geladene Teilchenstrahlen.


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