Rettungskarte im Auto: Dieses Blatt Papier kann bei Unfällen über Leben und Tod entscheiden
SALZBURG. Sekunden entscheiden über Leben und Tod. Warum Feuerwehren jetzt dringend empfehlen, eine Rettungskarte im Auto mitzuführen.

Wer nach einem schweren Verkehrsunfall im Auto eingeklemmt ist, braucht schnelle Hilfe. Doch moderne Fahrzeuge machen Rettungseinsätze immer komplizierter. Genau deshalb schlägt der Salzburger Landesfeuerwehrverband jetzt Alarm – und appelliert an alle Autofahrer, eine sogenannte Rettungskarte im Fahrzeug mitzuführen.
Feuerwehr warnt vor gefährlichen Verzögerungen
Was unscheinbar aussieht, kann im Ernstfall lebensrettend sein: Die Rettungskarte ist ein einfaches DIN-A4-Blatt mit technischen Details zum jeweiligen Fahrzeugmodell. Für Einsatzkräfte liefert sie entscheidende Informationen darüber, wo Spreizer und Bergeschere sicher angesetzt werden können – und wo versteckte Gefahren lauern.
Denn moderne Autos sind vollgepackt mit Sicherheits- und Hochvolttechnik. Verstärkte Karosserien, nicht ausgelöste Airbags oder versteckte Batterien können die Rettung massiv erschweren. Vor allem bei Elektroautos steigt die Gefahr zusätzlich.
„Im Einsatz begegnen uns immer wieder Fahrzeuge, deren technische Struktur im Detail nicht sofort erkennbar ist“, erklärt Günter Trinker. „Die Rettungskarte ist für uns ein zentraler Schlüssel, um schnell, sicher und mit größtmöglicher Schonung der Unfallopfer arbeiten zu können.“
Besonders wichtig bei Elektroautos
Gerade Elektrofahrzeuge stellen Feuerwehren vor neue Herausforderungen. Hochvoltsysteme können bei Unfällen lebensgefährlich werden. Ohne genaue Kenntnis über Leitungen und Abschaltpunkte drohen gefährliche Stromunfälle oder wertvolle Zeitverluste bei der Rettung.
Die Rettungskarte zeigt deshalb exakt, wo Batterien, Hochvoltleitungen, Airbags oder Kraftstofftanks sitzen. Einsatzkräfte können dadurch gezielter arbeiten – und retten oft entscheidende Minuten.
Unter der Sonnenblende verstautDie Feuerwehr empfiehlt, die Rettungskarte gut sichtbar hinter der Sonnenblende auf der Fahrerseite zu platzieren. Dort suchen Einsatzkräfte im Ernstfall zuerst danach. Zusätzlich hilft ein kleiner Hinweisaufkleber an der Windschutzscheibe.
Wichtig: Die Karte sollte unbedingt in Farbe ausgedruckt werden. Viele sicherheitsrelevante Bauteile sind farblich markiert und dadurch für die Feuerwehr schneller erkennbar.
Kostenlos zum Download
Viele Autofahrer wissen laut Feuerwehr gar nicht, dass sie selbst für die Rettungskarte verantwortlich sind. Dabei ist sie kostenlos erhältlich – direkt auf den Webseiten der Autohersteller oder bei Automobilclubs.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden