Schlangen-Alarm auf den Kanaren: Diese Art wird zur echten Bedrohung
KANAREN. Eine eingeschleppte Schlange sorgt auf den Kanarischen Inseln seit Jahren für Probleme – und breitet sich weiter aus. Was einst auf Gran Canaria begann, erreicht inzwischen auch Teneriffa.

Ende der 1990er-Jahre wurde die Kalifornische Kettennatter erstmals auf Gran Canaria eingeschleppt. Heute ist sie dort längst kein Einzelfall mehr: Tausende Tiere wurden seitdem gefangen, ein Ende der Ausbreitung ist nicht in Sicht. Mittlerweile hat sich die invasive Art auch auf die Nachbarinsel Teneriffa ausgebreitet, wie die „Kanaren News“ berichten.
Keine natürlichen Feinde
Die anpassungsfähige Schlange, die zur Gattung der Königsnattern gehört, findet auf den Kanarischen Inseln nahezu ideale Bedingungen: warmes Klima, trockene Landschaften – und vor allem kaum natürliche Feinde. Genau das ermöglicht ihre rasante Vermehrung. Besonders betroffen sind Regionen wie Gáldar, Telde oder Santa Brígida, wo sich die Tiere bereits fest etabliert haben.
Für das Ökosystem hat das gravierende Folgen. Die Kettennatter jagt gezielt einheimische Reptilien – darunter auch die Gran-Canaria-Rieseneidechse, die fast ausschließlich dort vorkommt. Experten warnen, dass deren Bestand durch die invasive Schlange stark gefährdet ist. Mit dem Rückgang solcher Arten droht ein Dominoeffekt: Weniger Echsen bedeuten mehr Insekten – darunter auch Mücken und andere Plagegeister.
Mehr als 21.000 Schlangen bereits eingefangen
Wie dynamisch sich die Situation entwickelt, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Mehr als 21.000 Schlangen wurden auf Gran Canaria seit ihrer Entdeckung bereits eingefangen. Allein im vergangenen Jahr waren es rund 1.100 Tiere – so viele wie nie zuvor.
Parallel dazu melden Einwohner immer wieder neue Sichtungen, teilweise auch in ungewöhnlichen Situationen, etwa in Wohngebieten oder sogar in Geschäften.
Tier erstmals auf Teneriffa nachgewiesen
Inzwischen hat die Ausbreitung eine neue Dimension erreicht. Erstmals wurde auch auf Teneriffa ein Tier nachgewiesen – gefangen von der Neotrópico Foundation in San Cristóbal de La Laguna. Behörden reagierten sofort: Ein Frühwarnsystem für invasive Arten wurde aktiviert, Suchtrupps und speziell ausgebildete Hunde eingesetzt.
Noch sprechen Experten von Einzelfunden. Doch die Sorge ist groß, dass sich die Schlange auch dort dauerhaft etabliert. Deshalb sind neben Fachleuten auch Einheimische und Touristen gefragt: Wer ein Tier entdeckt, soll die Behörden informieren.
Keine Gefahr für den Menschen
Für Menschen stellt die Kettennatter zwar keine direkte Gefahr dar – sie ist ungiftig. Dennoch sollte Abstand gehalten werden. Fühlt sich das Tier bedroht, kann es ein übel riechendes Sekret absondern. Mit einer Länge von bis zu 1,8 Metern wirkt sie zudem auf viele Urlauber einschüchternd.
Problem auch auf Mallorca
Ein ähnliches Problem zeigt sich auch auf den Balearen: Auf Mallorca breiten sich invasive Schlangenarten seit einigen Jahren ebenfalls zunehmend aus. Besonders betroffen ist inzwischen die unbewohnte Insel Sa Dragonera, wo sich die Hufeisennatter rasend ausbreitet. Ohne natürliche Feinde konnten sich die Tiere auch dort rasch etablieren..


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