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DEUTSCHLAND. Seit seiner Freilassung vor etwas mehr als einer Woche ist der Aufenthaltsort des geretteten Buckelwals Timmy ungewiss. Seither gibt es unterschiedliche Einschätzungen über den Zustand des Tieres. Während einige Experten davon ausgehen, dass der Wal tot ist, halten andere ein Überleben weiterhin für möglich. Das ist der derzeitige Stand:

Vor mehr als einer Woche wurde Buckelwal „Timmy“ von einer privaten Rettungsinitiative in die Nordsee entlassen. Foto: APA-Images / dpa / Philip Dulian

Lebt Buckelwal Timmy noch?  Eine klare Antwort auf diese Frage gibt es bislang nicht. Während Experten inzwischen davon ausgehen, dass der Wal tot ist, widersprechen Beteiligte der Rettungsaktion dieser Darstellung deutlich.

Das Deutsches Meeresmuseum in Stralsund hält es für „hoch wahrscheinlich“, dass Timmy nicht mehr lebt. Seit der Freilassung des Buckelwals am 2. Mai gebe es keine bestätigten Sichtungen und keine verlässlichen Hinweise mehr auf seinen Aufenthaltsort. Der junge Wal galt bereits zuvor als schwer geschwächt. Wochenlang war er vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns umhergeirrt, hatte sich in Fischernetzen verfangen und war mehrfach gestrandet.

Lebt Timmy doch noch?

Die Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies, die Timmy medizinisch begleitet hatte, stellte sich gegen Berichte über den angeblichen Tod des Wals. Gegenüber „Der Westen“ erklärte sie vor wenigen Tagen, ihre letzten Informationen würden die Todesmeldung nicht bestätigen. Zudem habe sie gehört, dass am Morgen des 5. Mai noch Signale empfangen worden seien. 

Gleichzeitig räumte Tönnies aber selbst ein, dass die Informationen unsicher seien. Ob die Signale tatsächlich von Timmy stammen, könne sie nicht sagen. „Es kann falsch oder richtig sein. Ich weiß es nicht“, sagte sie. Auch Meeresbiologe, Naturschützer und Youtuber Robert Marc Lehmann, der in die Rettung des Wals involviert war, ist davon überzeugt, dass Timmy noch nicht gestorben ist (Mehr Infos>>>).

Verwirrung um Tracker-Daten

Die möglichen Daten des am Wal angebrachten Peilsenders sorgen inzwischen für zusätzliche Diskussionen. Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns erklärte, dass die Privatinitiative hinter der Freilassung bis zum Ablauf einer gesetzten Frist keine entsprechenden Daten übermittelt habe. 

Karin Walter-Mommert, die die private Rettungsaktion finanziert hat, äußerte sich gegenüber der „Bild“-Zeitung indes zu dem Tracking-Sender und gab an, dass dieser - Stand 5. Mai - seit der Freisetzung in der Nordsee bislang rund 25 Signale gesendet hatte. Die Daten möchte sie deswegen nicht veröffentlichen, um den Wal vor Schaulustigen zu schützen.

Streit um Rettungsaktion

Timmy war Anfang März erstmals im Hafen von Wismar gesichtet worden. Trotz Warnungen von Experten brachte eine privat finanzierte Initiative den Wal Ende April vor der Insel Poel in einen wassergefüllten Lastkahn und transportierte ihn Richtung Nordsee.

Seitdem fehlt jede gesicherte Spur. Statt neuer Informationen über den Zustand des Tieres bestimmt inzwischen vor allem der Streit über die umstrittene Rettungsaktion die Debatte.


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