Sonnenähnlicher Stern verschlang womöglich einen Planeten
Der rund 1.300 Lichtjahre entfernte Stern TOI-5882 weist ungewöhnlich viel Lithium auf. Eine am 15. Juni 2026 veröffentlichte Studie sieht darin Hinweise darauf, dass der Stern einen Planeten aufgenommen haben könnte. Ein massereicher Brauner Zwerg könnte dessen Umlaufbahn verändert haben.

Wie Space.com am 18. Juni 2026 berichtete, stießen Astronomen bei Untersuchungen von TOI-5882 auf eine auffällig hohe Lithiumkonzentration. Im Vergleich mit 61 ähnlich alten und massereichen Sternen lag der Wert im obersten Bereich.
Lithium wird im Inneren von Sternen normalerweise rasch abgebaut. Planeten enthalten hingegen vergleichsweise viel davon. Gelangt planetarisches Material in die äußeren Schichten eines Sterns, kann es dort einen messbaren chemischen Fingerabdruck hinterlassen.
Brauner Zwerg könnte Umlaufbahn gestört haben
TOI-5882 ist noch nicht zu einem Roten Riesen angewachsen. Der mögliche Planet kann daher nicht einfach durch die normale Ausdehnung eines alternden Sterns verschlungen worden sein.
Als möglicher Auslöser gilt ein Brauner Zwerg im selben System. Der Begleiter besitzt etwa die 22-fache Masse des Jupiters und umkreist TOI-5882 innerhalb von rund 7,1 Tagen. Seine Schwerkraft könnte die Bahn eines inneren Planeten so stark verändert haben, dass dieser in den Stern stürzte.
Beobachtungen liefern nur indirekte Spuren
Die Forscher vermuten, dass es sich bei dem verschlungenen Himmelskörper um einen massereichen Gesteinsplaneten oder einen neptunähnlichen Planeten gehandelt haben könnte. Direkt beobachten ließ sich das Ereignis nicht.
Solche Vorgänge dauern vermutlich nur wenige Tage oder Wochen. Astronomen müssen sie deshalb anhand chemischer Veränderungen und der Bewegungen anderer Objekte im System rekonstruieren. Weitere Messungen sollen zeigen, ob sich die Erklärung für TOI-5882 bestätigt.


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