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WHITE PLAINS/USA. Als Helene P. im Jahr 1966 in einem Secondhand-Laden in White Plains bei New York ein Gemälde für weniger als 100 Dollar kaufte, ahnte sie nicht, welchen Schatz sie mit nach Hause nahm. Das Bild gefiel der damaligen Kunstlehrerin auf Anhieb und bekam einen festen Platz in ihrem Wohnzimmer. Dort hing es fast 60 Jahre lang.

Symbolbild: Sergii Moscaliuk/stock.adobe.com
Symbolbild: Sergii Moscaliuk/stock.adobe.com

Wer das Werk gemalt hatte, wusste allerdings niemand. Die Signatur war kaum lesbar, die Herkunft des Bildes blieb ein Rätsel. Erst 2025 kam Berichten zufolge Bewegung in den Fall. Ihr Sohn begann, die Geschichte des Gemäldes zu nachzuforschen. Dabei gelang es ihm schließlich, die schwer erkennbare Signatur zu entziffern. Experten des schottischen Auktionshauses Lyon & Turnbull bestätigten daraufhin, dass das Werk vom schottischen Maler Francis Campbell Boileau Cadell stammt. Der Künstler, besser bekannt als FCB Cadell, zählt zu den berühmten „Scottish Colourists“, einer Gruppe von Malern, die Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihren kräftigen Farben bekannt wurden.

Überraschung bei der Auktion

Das Gemälde trägt den Titel „Interior: The Lady in Black“ und entstand vermutlich Mitte der 1920er-Jahre. Kunsthistoriker ordnen es einer besonders wichtigen Schaffensphase Cadells zu. Anfang Juni wurde das Werk in Edinburgh versteigert. Der Zuschlag fiel deutlich höher aus als erwartet: Einschließlich Gebühren brachte das Bild umgerechnet rund 220.000 Euro ein.

Herkunft bleibt unklar

Ein Rätsel konnte allerdings nicht gelöst werden. Recherchen ergaben, dass das Gemälde bereits 1966 bei Christie's in London verkauft worden war. Kurz darauf tauchte es in einem Wohltätigkeitsladen in New York auf, wo Helene P. es entdeckte. Wie das Werk damals den Weg über den Atlantik fand, ist bis heute unbekannt. Für die Familie steht dennoch fest: Der Kauf für umgerechnet rund 90 Euro erwies sich als echter Glücksgriff.


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