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USA. Afrikas Nationalteams haben bei der Fußball-WM 2026 Geschichte geschrieben. Zwar sind die meisten Vertreter inzwischen ausgeschieden, doch mit neun von zehn Teams in der K.-o.-Phase stellte der Kontinent einen historischen Rekord auf. Die starken Auftritte zeigen: Afrikas Fußball gehört längst zur Weltspitze.

Marokko-Angreifer Ismael Saibari zählt zu den Shootingstars der WM 2026 – und spielt in der kommenden Saison für den FC Bayern München. Foto: APA-Images / dpa Picture Alliance / UlrichHufnagel

Auch wenn im Achtelfinale nur noch zwei afrikanische Mannschaften vertreten waren, zählt der Kontinent zu den größten Gewinnern der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

Noch nie zuvor präsentierten sich die Nationalteams aus Afrika bei einer WM derart konkurrenzfähig. Neun von zehn Vertretern schafften den Sprung in die K.-o.-Phase – ein historischer Bestwert und die beste Quote aller Kontinentalverbände bei diesem Turnier.

Mit Marokko steht nun noch ein Team aus Afrika im Viertelfinale und trifft am heutigen Donnerstagabend, dem 9. Juli, auf Titelfavorit Frankreich. Aus afrikanischer Sicht ist die WM 2026 dennoch ein voller Erfolg.

Teams sorgten schon in Gruppenphase für Aufsehen

Bereits in der Gruppenphase sorgten die afrikanischen Mannschaften für zahlreiche Ausrufezeichen. Allen voran Marokko bestätigte eindrucksvoll seinen Status als internationale Spitzenmannschaft.

Nach dem sensationellen vierten Platz bei der WM 2022 zählt das Team inzwischen zu den etablierten Topnationen und träumt erneut vom ganz großen Coup.

Kap Verde ist das größte Überraschungsteam der WM 2026

Für die größte Überraschung sorgte jedoch Kap Verde. Der Inselstaat mit nur rund 500.000 Einwohnern nahm erstmals an einer Weltmeisterschaft teil und schrieb sofort Geschichte.

Nach dem Einzug in die K.-o.-Phase – in der Gruppe trotzte Kap Verde unter anderem Europameister Spanien ein Unentschieden ab – zwang der kleinste WM-Teilnehmer Titelverteidiger Argentinien im Sechzehntelfinale sogar in die Verlängerung. Erst ein spätes Gegentor bedeutete das unglückliche Aus.

Doch Kap Verde war längst nicht die einzige Erfolgsgeschichte. Neben Marokko qualifizierten sich auch Ägypten, Algerien, Ghana, Senegal, die Elfenbeinküste, Südafrika und die Demokratische Republik Kongo für die K.-o.-Phase. Lediglich Tunesien schied bereits nach der Gruppenphase aus.

Afrika profitierte von der Aufstockung auf 48 Teams

Dass Afrika bei dieser WM so stark vertreten war, hängt auch mit der Aufstockung des Teilnehmerfeldes von 32 auf 48 Mannschaften zusammen.

Statt wie 2022 nur fünf Teams stellte der afrikanische Kontinentalverband CAF diesmal zehn Teilnehmer – und nutzte diese Chance eindrucksvoll. Die zusätzlichen Startplätze zahlten sich sportlich aus.

Auch wenn am Ende nur Marokko und Ägypten das Achtelfinale erreichten, verkauften sich die übrigen Teams teuer. Ägypten verpasste gegen Titelverteidiger Argentinien nach einer dramatischen 2:3-Niederlage nur knapp den Einzug ins Viertelfinale.

Spätes Aus im Sechzehntelfinale

Das Ausscheiden im Sechzehntelfinale war für mehrere Teams zudem bitter – gleich mehrere Nationen standen bereits mit einem Bein in der nächsten Runde. Die Demokratische Republik Kongo hielt gegen England lange mit und musste sich erst in der Schlussphase geschlagen geben.

Kap Verde verlangte Argentinien alles ab, während Senegal nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung gegen Belgien noch eine bittere Wende hinnehmen musste. Zahlreiche afrikanische Mannschaften schieden erst nach hart umkämpften Partien oder späten Gegentreffern aus.

Südafrika unterlag Kanada durch einen späten Treffer mit 0:1, die Elfenbeinküste brachte Brasilien-Bezwinger Norwegen an den Rand einer Niederlage (1:2). Auch Ghana verlor gegen Kolumbien nur durch ein Tor Unterschied (0:1).

„Zeigt die Qualität des afrikanischen Fußballs“

Die Leistungen blieben auch international nicht unbemerkt. „Ist dies das Turnier der afrikanischen Teams? Wir werden es herausfinden“, sagte Stürmer-Legende Zlatan Ibrahimović bereits nach dem überraschenden Sechzehntelfinal-Einzug Kap Verdes.

Für Algeriens Star Riyad Mahrez ist der Erfolg ein Beweis für die Entwicklung des afrikanischen Fußballs. „Das zeigt die Qualität des afrikanischen Fußballs. Wenn man sieht, dass neun von zehn Teams in die nächste Runde des größten Turniers einziehen, sagt das eine Menge“, betonte der 35-Jährige.

Salah, Hakimi & Co.

Ein Grund für den Aufschwung ist auch die stetig wachsende Qualität der Spieler. Stars wie Mohamed Salah, Sadio Mané oder Achraf Hakimi gehören seit Jahren zur Weltklasse.

Gleichzeitig drängt eine neue Generation nach: Marokkos Ismael Saibari und Ayyoub Bouaddi oder der Ivorer Yan Diomande sorgten bei dieser WM bereits auf höchstem Niveau für Furore.

Positives Signal für die Zukunft

Hinzu kommen taktische Fortschritte, eine deutlich größere internationale Erfahrung vieler Nationalspieler und ein gewachsenes Selbstvertrauen. Afrikanische Mannschaften treten längst nicht mehr als Außenseiter auf, sondern begegnen den großen Fußballnationen auf Augenhöhe.

Dass selbst Topteams wie Spanien, England, Portugal oder Brasilien bei dieser Weltmeisterschaft gegen afrikanische Gegner sieglos blieben, unterstreicht diese Entwicklung eindrucksvoll.

Auch wenn der Traum vom WM-Titel für die meisten Teams inzwischen geplatzt ist, hat Afrika bei der WM 2026 ein deutliches Zeichen gesetzt.

Der Kontinent hat bewiesen, dass seine Nationalmannschaften inzwischen dauerhaft zur erweiterten Weltspitze gehören – und bei den kommenden Weltmeisterschaften wohl noch stärker um den Titel mitspielen werden. Marokko könnte diese Entwicklung bereits am Donnerstagabend mit dem erneuten Einzug ins Halbfinale krönen.


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