Flugzeugabsturz im Attersee: Maschine war auf Schulungsflug
STEINBACH/ATTERSEE. Zwei Deutsche waren an Bord des abgestürzten Kleinflugzeugs im Attersee. Die Maschine soll auf einem Schulungsflug unterwegs gewesen sein.

Nach dem dramatischen Flugzeugabsturz bei Steinbach am Attersee rückt zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, was sich unmittelbar vor dem Unglück abgespielt hat.
Fest steht mittlerweile: Zwei Personen befanden sich an Bord des Kleinflugzeugs, beide stammen aus Deutschland. Die Maschine war zuvor in Salzburg gestartet. Nach Informationen, die Atterseelife vorliegen, soll es sich bei dem Flug um einen Übungs- beziehungsweise Schulungsflug gehandelt haben. Demnach sollen sich ein Fluglehrer und ein Flugschüler im Cockpit befunden haben.
Die Identität der beiden Personen wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Augenzeuge: Motorengeräusch verstummte plötzlich
Neue Hinweise auf die letzten Sekunden des Fluges liefert auch die Schilderung eines Augenzeugen. Der Mann betreibt einen Hof oberhalb der Absturzstelle in Steinbach am Attersee und beobachtete die Maschine kurz vor dem Unglück.
Zunächst habe er angenommen, dass es sich um einen Kunstflieger handle. Das Flugzeug sei jedoch immer weiter nach unten gekommen und schließlich hinter Bäumen verschwunden. Wenig später hörte er den heftigen Aufschlag auf dem Wasser.
Besonders auffällig sei für den Zeugen gewesen, dass unmittelbar davor plötzlich das Motorengeräusch verstummte. Der Mann setzte daraufhin sofort die Rettungskette in Gang.
Ob ein Motorausfall tatsächlich Ursache des Absturzes gewesen sein könnte, ist derzeit völlig offen.
Luftfahrtexperte: „Untersuchungen abwarten“
Luftfahrtexperte Kurt Hoffmann warnt deshalb vor voreiligen Schlussfolgerungen.
„Man muss jetzt zunächst die Untersuchungen abwarten. Bei einem solchen Unfall kommen viele Ursachen infrage. Es gibt Hinweise auf einen möglichen Motorausfall, bestätigt ist das derzeit aber nicht“, sagt Hoffmann.
Sollte es sich tatsächlich um einen Schulungsflug gehandelt haben, müsse auch dieser Umstand bei den weiteren Untersuchungen berücksichtigt werden. „Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es aber unseriös, sich auf eine bestimmte Ursache festzulegen“, betont der Experte.
Zwei-Sitzer wird auch zur Pilotenausbildung eingesetzt
Bei der abgestürzten Maschine soll es sich nach den vorliegenden Informationen um eine Tecnam P2002JF Sierra handeln. Das einmotorige Leichtflugzeug des italienischen Herstellers Tecnam verfügt über zwei Sitzplätze und wird neben Privatflügen auch für die Pilotenausbildung eingesetzt.
Angetrieben wird die Maschine von einem Rotax-Motor mit rund 100 PS.
Das Flugzeug war am Mittwoch in Salzburg gestartet und stürzte später im Bereich Steinbach am Attersee auf Höhe Forstamt in den See.
Erste Wrackteile aus dem Attersee geborgen
Die Absturzstelle befindet sich in einem besonders tiefen Bereich des Attersees. Nach bisherigen Informationen soll der See dort rund 160 Meter tief sein.
Ein Großaufgebot von Wasserrettung, Feuerwehr, Polizei und weiteren Einsatzkräften steht seit dem Absturz im Einsatz. Boote sichern den Bereich ab, die Feuerwehr errichtete zudem eine großräumige Ölsperre.
Mittlerweile wurden auch erste kleinere Wrackteile geborgen. Diese waren auf der Wasseroberfläche treibend entdeckt und anschließend von den Einsatzkräften aus dem See geholt worden. Die Bergung des eigentlichen Flugzeugwracks dürfte aufgrund der großen Wassertiefe deutlich schwieriger werden.
Die genaue Absturzursache ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.








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