Quagga-Muschel bedroht Königssee: Nationalpark fordert SUP-Verbot
BAYERN. Eine invasive Muschel bedroht den Königssee. Der Nationalpark fordert deshalb ein Verbot für SUPs und Luftmatratzen – doch die Behörde bremst.

Am Königssee wächst die Sorge vor der Quagga-Muschel. Die invasive Art breitet sich in europäischen Seen immer stärker aus und könnte auch das bekannte Naturjuwel im Berchtesgadener Land erreichen. Der Nationalpark will deshalb Luftmatratzen und Stand-up-Paddle-Boards auf dem gesamten See verbieten. Doch daraus wird vorerst nichts.
Nationalpark will komplettes Verbot
Im südlichen Teil des Königssees gelten bereits die strengen Bestimmungen der Nationalparkverordnung. Anders sieht es im stark besuchten Bereich rund um die Seelände aus. Dort ist das Landratsamt Berchtesgadener Land zuständig.
Die Nationalparkverwaltung hält ein seeweites Verbot von Schwimmkörpern für notwendig. Schon ein einziges SUP oder Schlauchboot, das zuvor in einem von Quagga-Muscheln befallenen Gewässer verwendet wurde, könnte Larven einschleppen.
Das Landratsamt sieht jedoch keine rechtliche Möglichkeit für ein Totalverbot. „für ein generelles Verbot fehlt jedoch leider der rechtliche Rahmen“, teilte eine Sprecherin mit. Die Nutzung von Luftmatratzen und Paddle-Boards sei bereits stark eingeschränkt.
Ein Sportgerät kann bereits reichen
Die Gefahr steckt vor allem in Restwasser und feuchter Ausrüstung. Larven und Jungmuscheln können daran haften und unbemerkt in den nächsten See gelangen.
Behörden setzen deshalb auf die bayernweiten „Klar-Regeln“: Ausrüstung kontrollieren, Restwasser vollständig entfernen, Material heiß reinigen und vor dem nächsten Einsatz mindestens fünf Tage trocknen lassen.
Die ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum stammende Quagga-Muschel kann sich massenhaft vermehren, heimische Arten verdrängen und sogar Wasserleitungen sowie Bootsantriebe zusetzen. Genau dieses Szenario soll am Königssee verhindert werden.








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