Bierbauch bei Männern: Ab diesem Bauchumfang wird es gefährlich
ÖSTERREICH. Ein wachsender Bauch ist für viele Männer nur eine Begleiterscheinung des Älterwerdens. Doch das gefährliche Bauchfett kann schwere Erkrankungen begünstigen. Eine Linzer Ärztin erklärt, ab wann es kritisch wird und was dagegen hilft.

Rund 60 Prozent der erwachsenen Männer in Österreich sind übergewichtig, etwa 18 Prozent leiden sogar an Adipositas. Anlässlich des Männergesundheitsmonats November warnt das Ordensklinikum Linz vor den unterschätzten Gefahren des sogenannten Bierbauchs. Denn gerade das Fett im Bauchraum kann erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
Ab 94 Zentimetern steigt das Risiko
Nicht nur das Körpergewicht ist entscheidend, sondern vor allem die Fettverteilung. Besonders kritisch ist das sogenannte viszerale Fett, das sich rund um die inneren Organe ansammelt.
„Bei Männern besteht bei einem Taillenumfang ab 94 Zentimeter ein erhöhtes gesundheitliches Risiko, ab 102 Zentimeter ist das Risiko deutlich erhöht“, erklärt Oberärztin Petra Wolfinger, Gastroenterologin am Ordensklinikum Linz.
Dieses Bauchfett ist besonders problematisch, weil es aktiv in den Stoffwechsel eingreift. Es kann Entzündungsprozesse fördern und damit das Risiko für Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Arterienverkalkung, Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen.
Nicht nur Bier macht einen dicken Bauch
Anders als der Name vermuten lässt, ist Bier keineswegs der einzige Auslöser. Auch zuckerhaltige Getränke, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen und andere ungünstige Lebensgewohnheiten können die Einlagerung von Bauchfett fördern.
Hinzu kommt, dass Alkohol den Fettabbau hemmen kann. Die Leber ist zunächst mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt. Gleichzeitig kann Alkohol den Appetit steigern und Heißhunger begünstigen. Auch die genetische Veranlagung spielt eine Rolle: Männer neigen häufiger dazu, Fett im Bauchbereich einzulagern.
Stress und Schlafmangel fördern Bauchfett
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Stoffwechsel. Die Muskelmasse nimmt häufig ab, während hormonelle Veränderungen den Energieverbrauch beeinflussen können. Wer weiterhin gleich viel isst, obwohl der Körper weniger Energie benötigt, nimmt leichter zu.
Auch dauerhafter Stress und zu wenig Schlaf können die Entstehung von Bauchfett begünstigen. Erhöhte Cortisolwerte können laut Wolfinger die Gewichtszunahme fördern. Als Orientierung werden sechs bis acht Stunden Schlaf genannt. Auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Schlafapnoe können das Körpergewicht beeinflussen.
So wird man den Bierbauch wieder los
Wer sein Bauchfett reduzieren möchte, muss nicht hungern oder eine radikale Diät beginnen. Vielmehr kommt es auf dauerhafte Veränderungen im Alltag an. Die Expertin empfiehlt regelmäßige Bewegung, weniger Alkohol, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung.
Hilfreich kann ein geregelter Mahlzeitenrhythmus mit drei ausgewogenen Hauptmahlzeiten und Pausen von vier bis fünf Stunden sein. Zuckerhaltige Getränke, Energydrinks und häufiges Naschen zwischendurch sollten möglichst vermieden werden.
Besonders wichtig ist laut Wolfinger das Krafttraining. Denn Muskeln erhöhen den Energieverbrauch und helfen gerade im Alter dabei, das Körpergewicht besser zu kontrollieren.
„Wer seinen Bauchumfang verringern möchte, braucht keine kurzfristige Radikalkur. Entscheidend sind Veränderungen, die sich langfristig in den Alltag integrieren lassen“, betont die Medizinerin.
Vorsorge kann Erkrankungen früh erkennen
Neben einem gesunden Lebensstil rät die Expertin zu regelmäßigen Gesundenuntersuchungen. Dabei sollten Männer nicht nur ihr Gewicht und ihren Bauchumfang kontrollieren lassen, sondern auch Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinwerte im Blick behalten.
Wichtig sei außerdem, bereits in jungen Jahren auf gesunde Gewohnheiten zu achten. Familie und Schule könnten entscheidend dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche ausgewogene Ernährung, Bewegung und die Zubereitung frischer Mahlzeiten früh kennenlernen.








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