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HAGENBERG. Weder Rohstoffe noch Fläche stehen unbegrenzt zur Verfügung – das hat uns die Corona-Pandemie ebenso vor Augen geführt wie die Ukrainekrise. Bis Ende Juni zeigt die Hektar-Ausstellung beim Veichterwald, wie jeder Österreicher derzeit die ihm zur Verfügung stehende Fläche nützt und was das für die Eigenversorgung mit Energie und Lebensmitteln bedeutet.

Alfred Klepatsch, Eva Maria Granegger und Lukas Tröls (v. r.) bei der Hektarausstellung (Foto: Greindl)

8,9 Millionen Einwohner verteilen sich in Österreich auf rund 8,4 Millionen Hektar Staatsfläche –auf jeden Österreicher entfällt damit statistisch knapp ein Hektar Fläche. Die Hektarausstellung beim Veichterwald nahe dem Agrarbildungszentrum (ABZ) Hagenberg führt eindrucksvoll das Flächenbudget jedes Österreichers vor Augen. Alternativenergie-Pionier Al­fred Klepatsch, Lehrer am ABZ und Obmann des Energiebezirks Freistadt, hat in einem Getreidefeld eine Fläche von einem Hektar ausgesteckt und abgeteilt – jeweils 1.500 Quadratmeter Fläche werden für Acker und Grünland genutzt, 4.500 Quadratmeter sind Wald, 600 Quadratmeter Bau-, Verkehrs- und Siedlungsflächen und 1.400 Quadratmeter entsprechen unproduktiven Flächen wie Alpen, Gewässer und Ödland.

Boden massiv versiegelt

Durch Bodenversiegelung hat jeder Österreicher seit dem Jahr 2000 140 Quadratmeter fruchtbaren Boden verloren – insgesamt waren es 130.000 Hektar, weit mehr als die Fläche des Bezirks Freistadt. Auf Schautafeln werden Fragen aufgeworfen, was den Eigenversorgungsgrad von Lebensmitteln oder mit Energie betrifft. Wieviel Fläche ist notwendig für unsere Ernährung? Und was wäre, wenn gesamte Biomasse energetisch genützt würde? „Die Frage für jeden Einzelnen ist, wohin soll die Reise gehen“, sagt Klepatsch. „Biomasse als Energieträger ist wichtig, aber wie stellen wir dann unsere Ernährung sicher? Da muss man abwägen: Machen wir so weiter, oder ist eine Richtungskorrektur nötig?“ Diese Denkanstöße sind bis Ende Juni im Rahmen eines kurzen Spazierganges öffentlich zugänglich (Anmeldung für kurze Gruppenführungen: 0732/7720-33400).

Schüler-Exkursionen

Auch die Schüler des ABZ besuchen die Ausstellung, manche sogar mehrfach in verschiedenen Fächern. „Pflanzenbau, Waldwirtschaft oder auch Religion – die Thematik betrifft viele Bereiche, die Schüler interessiert die Thematik sehr“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Eva Maria Granegger. Das ABZ ist eine von vier Klimaschulen, die sich in den beiden Klima- und Energie-Modellregionen im Bezirk damit beschäftigen, das Bewusstsein für die Herausforderungen des Klimawandels zu schärfen. „Am 23. Juni findet eine Projektpräsentation und ein Erfahrungsaustausch der beteiligten Schulen statt“, informiert Lukas Tröls vom Energiebezirk Freistadt.


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