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OÖ. In Oberösterreich sind 1,5 Millionen Streuobstbäume beheimatet - mehr als in jedem anderen Bundesland. Streuobst findet wieder verstärkt Interesse, nicht zuletzt aufgrund der Besinnung auf biologische Vielfalt und Klimaschutz. Die ARGE Streuobst will bei der UNESCO einen Antrag stellen, Streuobstwiesen in das nationale Verzeichnis „Immaterielles Kulturerbe“ aufzunehmen.

  1 / 2   „Streuobstbau ist Klimaschutz“, sind sich LK-Präsident Franz Waldenberger und der Obmann der ARGE-Streuobst, Hans Hartl, einig. (Foto: LK OÖ)

„Die Besinnung auf regionale Wertschöpfung, natürliche Lebensräume, ökologische Zusammenhänge, biologische Vielfalt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie die Wertschätzung unverwechselbarer Landschaften führen auch dazu, dass der Streuobstbau wieder verstärkt Interesse findet. Streuobstbestände sind ein Refugium für die Biodiversität, nicht nur bei den Obstarten und Obstsorten, sondern auch für die Pflanzen in der 'Unterkultur', die zu den artenreichsten Lebensräumen zählen. Viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten finden in den Wiesen rund um die Obstbäume eine Heimat. Bis zu 700 Arten sind auf manchen Standorten auffindbar“, erläutert Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger.

OÖ Streuobstland Nummer Eins

Um 1930 gab es in Österreich rund 35 Millionen großkronige Bäume, 21 Millionen davon in der Landwirtschaft und 14 Millionen in anderen Bereichen (Gärten). 2010 waren es etwa fünf Millionen großkronige Bäume, davon drei Millionen in der Landwirtschaft. In Oberösterreich waren es 2010 rund 1,5 Millionen großkronige Bäume, davon etwa 1,2 in der Landwirtschaft. Mit 30 Prozent Anteil an großkronigen Obstbäumen österreichweit ist Oberösterreich das Streuobstland Nummer Eins.

Im Streuobstbau gibt es oft große Schwankungen bei den Erträgen. Zusätzlich sind vielerorts die Streuobstbestände noch stark in Mitleidenschaft gezogen durch die verbreiteten Hagelunwetter des Vorjahres. Insgesamt gibt es heuer einiges an Äpfeln, jedoch kaum Zwetschken und Birnen.

Antrag bei der UNESCO

Die ARGE Streuobst mit Obmann Hans Hartl will den Streuobstanbau zum „Immateriellen Kulturerbe“ machen. Die Initiatoren wollen damit die Kulturform auch offiziell ins Rampenlicht rücken. Die Traditionen der Pflanzung, Pflege, Ernte, Produktveredelung und des Produktgenusses soll für die Nachwelt erhalten werden. „Die Anerkennung wird eine weitere Motivation für die Bewirtschafter von Streuobst sein“, ist Hans Hartl überzeugt.

Jeder kann unterstützen

Die Anerkennung als „Immaterielles Kulturerbe“ hat keine Einschränkungen in der Bewirtschaftung zur Folge. Daher wird die Initiative auch von der Landwirtschaftskammer OÖ aktiv unterstützt. Präsident Waldenberger und Obmann Hans Hartl rufen dazu auf, den Antrag als Person oder Organisation zu unterstützen, online unter https://kulturerbe.argestreuobst.at

Der Antrag soll bis Jahresende 2022 eingereicht werden.


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