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Tips wird zum Sammlerstück: Züricher Zeitungssammler sichert sich ein Printexemplar

Tips LogoAnna Fessler, 26.10.2024 09:00

ZÜRICH/LINZ. Schon seit Jahren wird ihr der Tod vorausgesagt: der gedruckten Zeitung. Der Schweizer Werner Steiner bricht eine Lanze für Printausgaben, mehr als 3750 Zeitungen aus vierzig verschiedenen Ländern hat er bereits gesammelt. Da darf natürlich auch die meistgelesene Wochenzeitung in Oberösterreich nicht fehlen.

Der Züricher Werner Steiner sammelt Zeitungen aus aller Welt, mehr als 3750 hat er schon. Nun kontaktierte er Tips mit der Bitte um ein Printexemplar. (Foto: Werner Steiner)

Mit einem „Gruezi“ und der Bitte um ein Exemplar einer gedruckten Ausgabe kontaktierte Werner Steiner aus Zürich die Linzer Tips-Redaktion. Er sei Zeitungssammler und die Tips fehle im leider noch. Steiners Liebe zum Gedruckten begann bereits in jungen Jahren. Sein Vater war Buchdrucker und Grafiker, die Mutter Buchbinderin, der heute 73-Jährige ist quasi mit Druckerschwärze an den Händen aufgewachsen.

Sammlung begann über den Wolken

Durch seine Arbeit bei der Fluggesellschaft „Swissair“ hatte er Zugang zu Zeitungen aus aller Welt und verteilte diese gratis an die Passagiere. Die Vielfalt der Druckwerke faszinierte ihn, 1983 begann Werner Steiner, die Zeitungsköpfe zu sammeln. Der Kopf, das ist der obere Teil der Titelseite. Später behielt er sich die erste Doppelseite des ersten Bundes auf – und macht es aus Platzgründen bis heute so. Nach seiner Zeit bei der Swissair arbeitete Steiner bis zur Pensionierung im Jahr 2016 bei der Zürcher Hochschule der Künste als AV-Techniker. Der Mann, der für die Analogzeitung Partei ergreift, begleitete also den Weg zur Digitalisierung an der Hochschule.

Besondere Stücke: erste und letzte Ausgaben

Dank des Internets sei es ihm möglich, an Zeitungen aus aller Herren Länder zu kommen. Häufig würden die angeschriebenen Redaktionen aber nicht antworten. Leichter kommt Steiner an finnische Zeitungen: mit seiner Frau Ulla reist er gerne, auch in ihr Heimatland Finnland. So hat Steiner 200 Zeitungen aus dem Land der tausend Seen in seiner Sammlung. Aus Asien, Süd- und Nordamerika sowie aus Nahost habe er leider nur sehr wenige, schreibt er Tips. Dafür ist er im Besitz von Raritäten: etwa der ersten „NZZ am Sonntag“ sowie der letzten täglich im Großformat gedruckten „The Guardian“.

Züricher Zeitungssammler singt ein Loblied auf Printmedien

Steiner sandte Tips auch eine Liste mit Pluspunkten gedruckter Zeitungen zu. Während das Internet die Leser mit Spam-Meldungen, Cookies und blinkenden Buttons überflute, stünden Zeitungen für besten Lesekomfort mit einer leicht lesbaren Ordnung. Auch das Lesegefühl sei nicht vergleichbar, weil sich das Gedruckte vom Zeitungspapier abhebe und so die Augen schone. Man lese Printmedien daher schneller und konzentrierter als digitale Angebote. Auch falle es leichter, eine Verbindung zu den Botschaften eines Printmediums aufzubauen, wenn Informationen „die Aufmerksamkeit, die sie verdienen“ erhielten. Das in den Händen halten und das Erleben mit allen Sinnen, das positive und seriöse Image einer gedruckten Zeitung schaffe zudem eine Vertrauensbasis zwischen Produkt und Leser – im digitalen Raum ginge das häufig verloren.

„Guter Journalismus kostet etwas“

Steiner schreibt weiter: „Guter Journalismus kostet etwas. Es liegt am Zeitungsmacher, ob er gewillt ist, für uns Leser weiterhin eine attraktive und gute Zeitung herzustellen. Dann wird es die gedruckten Zeitungen noch lange geben. Solange es Zeitungen gibt, das sind weit über 10.000 weltweit, werde ich sie sammeln.“ Seiner Bitte nach einer Ausgabe der Tips kommt die Redaktion natürlich gerne nach.

Werner Steiner freut sich über Zeitungen aus aller Welt, auch über seltene oder sehr alte Zeitungen. Für eine Kontaktaufnahme diesbezüglich bitte eine Mail an redaktion-linz@tips.at senden.

 


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