Feuerwehr-Gesamtbeschaffung in OÖ: Erste Fahrzeuge ausgeliefert
OÖ/BEZIRK. Oberösterreich testet aktuell eine einheitliche Gesamtbeschaffung von Feuerwehr-Fahrzeugen. 2024 wurde das Projekt gestartet, nun wurden die ersten beiden Fahrzeuge des „Modells OÖ“ an die FF St. Florian am Inn und die FF Kematen an der Krems ausgeliefert, berichtet das Landesfeuerwehrkommando.
Gemeinsam mit dem Land OÖ läuft die einheitliche Beschaffung, zur wirtschaftlichen und nachhaltigen Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren im Bundesland.
Auslöser für das Projekt waren massive Preissteigerungen bei Feuerwehrfahrzeugen. Analysen zeigten Preisunterschiede von bis zu 160.000 Euro bei baugleichen Fahrzeugtypen. Diese Entwicklung stellte Gemeinden und Feuerwehren vor große finanzielle Herausforderungen und machte neue Wege in der Beschaffung notwendig.
Weniger Kosten, weniger Planungsarbeit
Der Oö. Landes-Feuerwehrverband reagierte darauf mit einem Pilotprojekt zur Gesamtbeschaffung standardisierter, vollständig ausgerüsteter Feuerwehrfahrzeuge. Die Fahrzeuge entsprechen den gültigen Baurichtlinien, werden vorkonfiguriert bestellt und zu einem fixen, planbaren Preis geliefert. Durch die Bündelung der Bestellungen können Produktionskosten gesenkt und lange Planungs- und Ausschreibungsprozesse vermieden werden. Bis zu 1.000 Arbeitsstunden, die bisher dafür notwendig waren, entfallen künftig.
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Feuerwehren nehmen Möglichkeit an
Bereits im ersten Jahr haben sich 28 Feuerwehren für ein Fahrzeug des Modell OÖ entschieden, freuen sich die Verantwortlichen beim Landesfeuerwehrverband. Besonders deutlich zeige sich der Erfolg bei großen Fahrzeugtypen: Beim Rüstlöschfahrzeug (RLF) und Tanklöschfahrzeug mit Bergeausrüstung (TLF-B) haben sich alle sieben Feuerwehren für die einheitliche Beschaffung entschieden.
Am Montag, 19. Jänner, konnten die ersten beiden Feuerwehren – FF Kematen an der Krems und FF St. Florian am Inn – ihre neuen Fahrzeuge (RLF) übernehmen.
„Das Kommando der FF St. Florian am Inn hat sich ganz bewusst für das Oberösterreich-Modell unseres neuen Rüstlöschfahrzeugs entschieden, da es weniger Planungsaufwand, komplett neue Geräte und Material sowie keine Außerdienststellung während der Übergangszeit erfordert. Zudem gibt es weniger Zeitdruck bei der Einschulung. Dass wir keine individuelle Gestaltung und Planungen am Fahrzeug vornehmen konnten, war uns bewusst. Die Vorteile überwiegen hier schließlich bei weitem“, so Christian Selker, Kommandant der FF St. Florian am Inn.
Zusätzlich wird ein TLF 2000 ab April als Ausbildungsfahrzeug an der Oö. Landes-Feuerwehrschule in Linz zur Verfügung stehen, um die Schulungspraxis weiter zu stärken.
Mehrere Hersteller
Die Bestellungen verteilen sich auf mehrere Hersteller: ein Fahrzeug wurde bei der Firma Lagermax (Kommandofahrzeug KDOF) bestellt, elf Fahrzeuge der Firma Rosenbauer (RLF, TLF-B, TLF) werden bis April 2026 ausgeliefert. Weitere 17 Fahrzeuge (KLF, KLF-L, KRF-L, LF, GLF-L-B, DLK) der Firma Magirus folgen im dritten und vierten Quartal 2026.
„Mit der Auslieferung der ersten Fahrzeuge setzen wir neue Maßstäbe: modernste Ausrüstung, höhere Effizienz und nachhaltige Strukturen unterstützt unsere Kameradinnen und Kameraden, entlasten die Gemeinden und tragen dazu bei, unseren Standort langfristig zu stärken“, ist Feuerwehr-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) überzeugt.
„Mit dem Modell OÖ stärken wir unsere Verhandlungsposition gegenüber den Herstellern, entlasten Gemeinden und Feuerwehren und sorgen für einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln“, betont auch Feuerwehrpräsident und Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer.
Auch Landes-Feuerwehrinspektor Karl Kraml weiß um die Vorteile: „Die neue Gesamtbeschaffung der Feuerwehrfahrzeuge konnte dank der Zusatzfinanzierung durch das Land OÖ umgesetzt werden. Gemeinden profitieren von fixen Kosten und Planungssicherheit, Feuerwehren erhalten vollständig ausgestattete Einsatzfahrzeuge.“
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