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Startschuss für die Zukunft des oö. Feuerwehrwesens: Oberösterreich plant in St. Marien neuen Standort für Feuerwehrzentrum

Tips LogoKarin Seyringer, 08.07.2026 14:12

OÖ/SANKT MARIEN/LINZ. (Update) In Oberösterreich entsteht in den kommenden Jahren ein neues Feuerwehrzentrum. Der aktuelle Standort in Linz hat seine Kapazitätsgrenzen erreicht, daher wurde ein neuer Standort gesucht und gefunden: In der Gemeinde St. Marien im Bezirk Linz-Land soll das neue Zentrum für Ausbildung, Katastrophenschutz, Logistik und Koordination entstehen. Das Land OÖ gab am Mittwoch den offiziellen Startschuss, um mit den Planungen zu beginnen.

Die Anforderungen an das Feuerwehrwesen verändern sich laufend (Symbolfoto) (Foto: VOLKER WEIHBOLD)
  1 / 4   Die Anforderungen an das Feuerwehrwesen verändern sich laufend (Symbolfoto) (Foto: VOLKER WEIHBOLD)

Die Anforderungen an das Feuerwehrwesen verändern sich laufend: Einsätze werden komplexer, neue Technologien schaffen neue Gefahrenlagen, Extremwetterereignisse stellen vor große Herausforderungen. Dies alles braucht fundierte Ausbildung und komplexes Fachwissen.

Aktueller Standort in Linz stößt an Grenzen

Am aktuellen Standort der Landesfeuerwehrzentrale in der Linzer Petzoldstraße ist eine Standorterweiterung nicht möglich. Diese braucht es aber, um sich auf die sich verändernden Einsätze vorzubereiten.

Daher wurde gemeinsam mit dem Land OÖ nach Flächen für einen neuen Standort gesucht. Fündig wurde man in der Gemeinde St. Marien im Bezirk Linz-Land – auf landeseigenen Flächen im Gebiet Nöstlbach.

Das Zentrum soll auf einem rund 14 bis 15 Hektar großen Areal entstehen. Ausbildung, Katastrophenschutz, Logistik, Koordination, Organisation und Service werden dort gebündelt. 

Rund 100 Million Euro Investition

Rund 100 Millionen Euro werden von Land OÖ und dem Landes-Feuerwehrverband in das neue Zentrum investiert. Geplant ist, den bestehenden Standort in Linz – er befindet sich im Eigentum des Landes-Feuerwehrverbandes - im Zuge der Projektentwicklung zu verkaufen. Der Erlös soll in das neue Zentrum einfließen.

Mit Baubeginn ist aus heutiger Sicht in drei bis vier Jahren zu rechnen. Bis dahin folgen die nötigen Genehmigungsverfahren, vertiefende Planungen, ein Architekturwettbewerb sowie technische und organisatorische Detailentwicklungen.

Offizielles Go vom Land 

„95.000 Kameraden sorgen in Oberösterreich tagtäglich für die Sicherheit. Die Anforderungen werden komplexer. Mit dem neuen Zentrum schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass unsere Einsatzkräfte auch in Zukunft bestmöglich ausgebildet, ausgerüstet und auf neue Herausforderungen vorbereitet sind“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Sobald die Planungen konkreter seien, würden die nötigen Beschlüsse fallen. „Jetzt geben wir das offizielle Go für die Planungen.“ 

„Investition in die Menschen“

„Jeder Kamerad wird davon profitieren“, so Feuerwehr-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP). „Wir investieren nicht nur in ein Gebäude, sondern in die Menschen.“ Mit der in der Nähe entstehenden Umfahrung Haid/Anschlussstelle Traun werde bei Einzug auch die nötige Verkehrsanbindung gewährleistet sein.

„Denkwürdiger und historischer Moment für uns“

Mit dem neuen oö. Feuerwehrzentrum entstehe eines der größten Zukunftsprojekte in der Geschichte des oö. Feuerwehrwesens, so Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer. „Das ist ein denkwürdiger und historischer Moment für uns“.

Er unterstreicht sie sich ändernden Einsatzrealitäten: Atemschutz- und Heißausbildungen, Realbrand-Übungen, Hochwasserübungen und Katastrophenschutzszenarien bräuchten Platz. „Großes Thema ist auch der Vegetationsbrand – wir brauchen hier hohes Fachwissen und Kompetenz. Am Standort Linz gibt es keine ausreichenden Möglichkeiten, das zu üben.“ Auch auf Technologien wie PV auf Dächern oder Speicheranlagen und E-Mobilität und der Umgang damit bei Bränden oder Überflutungen bräuchte es Antworten für die Ausrichtung in der Zukunft. Laut Mayer verzeichnet der Landesfeuerwehrverband am Standort Linz aktuell rund 8.500 Lehrgangsteilnehmer pro Jahr. 

Mit der künftigen neuen Zentrale „gehen wir in eine neue Zukunft in der Sicherheitsarchitektur des Landes“, so der Feuerwehr-Präsident.

Große Freude und Motivation in Gemeinde St. Marien

Auch für die Gemeinde St. Marien ist die geplante Standortverlegung ein bedeutendes Zukunftsprojekt. Die Entscheidung unterstreiche die Attraktivität und Leistungsfähigkeit der Gemeinde und eröffne die Chance, Sicherheitszentrale Oberösterreichs zu werden. „Ohne Übertreibung: Diese Standortwahl hat historische Bedeutung – für unsere Gemeinde, aber auch weit darüber hinaus“, ordnet Bürgermeister Walter Lazelsberger (ÖVP) die Entscheidung ein.

Gleichzeitig handele es sich um ein Vorhaben, dessen konkrete Ausgestaltung in den kommenden Monaten und Jahren gemeinsam zu erarbeiten sein werden. Die Gemeinde werde den weiteren Planungsprozess daher engagiert begleiten. „Auch vor uns liegt viel Arbeit. Denn jetzt gilt es, diese Chance verantwortungsvoll zu nutzen“, zeigt sich Lazelsberger auf Tips-Nachfrage motiviert.

Update: Prammer: „Frei werdende Fläche bietet städtebauliches Potenzial“

Der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) sieht großes Potenzial in der freiwerdenden Fläche: „Dass die Landesfeuerwehrschule den Standort in der Petzoldstraße verlässt, ist aus städtischer Sicht schade, aus Sicht des Landesfeuerwehrverbandes aber nachvollziehbar. Gleichzeitig eröffnet die frei werdende Fläche die Chance, diesen wichtigen Stadtraum gezielt weiterzuentwickeln. Wie bereits die städtebauliche Kommission festgehalten hat, liegt rund um Dynatrace, MIC, Bosch und die Digitale Meile großes Potenzial für einen modernen, innovativen Stadtteil mit hochwertigen Arbeitsplätzen und attraktivem öffentlichen Raum.“


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