Welt-Alzheimertag (21. September): Früherkennung verhindert rasches Fortschreiten der Erkrankung

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Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 20.09.2020 12:05 Uhr

OÖ. Immer noch glauben viele Menschen, dass Demenz ein normaler Teil des Alterns sei. Doch Morbus Alzheimer ist keine klassische Alterserscheinung, sondern eine neurodegenerative Krankheit, die durch zunehmende Demenz gekennzeichnet ist. Eine Früherkennung ist wichtig, denn sie kann die Krankheit verlangsamen.

Bei der Alzheimer-Krankheit sind in der Regel zunächst die Synapsen betroffen. Die Kommunikation zwischen den Neuronen funktioniert dadurch nicht mehr richtig – es kommt zu Störungen. Informationen können nicht mehr verarbeitet und weitergeleitet werden. Im Laufe der Erkrankung sterben ganze Nervenzellen ab. Das führt zu einem fortschreitenden Abbau der geistigen Fähigkeiten, denn sind die Nervenzellen verloren, können sie nicht mehr nachgebildet werden. Vor allem sind jene Regionen im Gehirn betroffen, die für das Gedächtnis, das Denken, die Sprache und die Orientierung zuständig sind: die Großhirnrinde und der Hippocampus.

„Die Patienten leiden unter Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachproblemen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit“, erklärt Dietmar Schafelner, Fachgruppenvertreter für Neurologie der Ärztekammer für Oberösterreich.

Früh auf Symptome achten & Risikofaktoren vermeiden

Merkmale einer möglichen beginnenden Erkrankung an Morbus Alzheimer können häufige Erinnerungslücken, Probleme bei gewohnten Abläufen, Sprachstörungen, Orientierungslosigkeit, zeitliche Verwirrung, Beeinträchtigung der Urteilsfähigkeit, falsch abgelegte Gegenstände oder auch Verhaltensänderungen sein.

Der Experte rät, bei den ersten Warnsignalen unbedingt einen Neurologen aufzusuchen: „Eine frühe Diagnosestellung ist wichtig, da bei frühzeitigem Behandlungsbeginn die Leistungsfähigkeit länger erhalten werden kann. Denn nach wie vor ist Morbus Alzheimer eine unheilbare Krankheit. Zwar gibt es keine wirksame Therapie, um das Fortschreiten der Erkrankung vollkommen zu stoppen. Dennoch können Medikamente und begleitende psychotherapeutische Maßnahmen den Verlauf der Erkrankung verlangsamen und die Symptome mildern.“

Risikofaktoren wie Bluthochdruck, übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen und Diabetes sowie Übergewicht oder auch chronischer Stress können die Erkrankung zusätzlich begünstigen.

Vererbung selten, aber möglich

Morbus Alzheimer ist zumindest bei einem Prozent der Fälle erblich – es wird autosomal-dominant vererbt, das heißt wenn ein Elternteil betroffen ist, besteht eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass auch die Kinder erkranken. „Man kennt mittlerweile drei Gene, die  –  sollten sie Mutationen aufweisen –  die Krankheit ausbrechen lassen. Gibt es Alzheimer-Fälle in der Familie, ist es ratsam ab 30 unbedingt einen Neurologen aufzusuchen, um eine mögliche Erkrankung abzuklären beziehungsweise diese frühzeitig zu erkennen“, rät Schafelner.

Vorbeugen mit Bewegung & geistiger Fitness

Studien belegen, dass man Morbus Alzheimer vorbeugen kann: regelmäßige Bewegung, geistige Fitness, gesunde Ernährung (besonders Obst, Gemüse, Fisch, Olivenöl und Vollkornbrot) und ein geselliges Leben können bei der Vorbeugung helfen.

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