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OÖ. Jeder achte Besitzer eines Mopedführerscheins zwischen 15 und 17 Jahren verunglückt mindestens einmal. Oberösterreichweit verunglückten im Jahr 2019 548 15- und 16-Jährige bei Mopedunfällen. Fünf von ihnen kamen ums Leben. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) führte ein Pilotprojekt durch, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Jeder achte Besitzer eines Mopedführerscheins zwischen 15 und 17 Jahren verunglückt mindestens einmal. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit führte ein Pilotprojekt zu Verkehrssicherheit durch (Symbolbild). (Foto: Volker Weihbold)

Etwa ein Drittel aller 15-jährigen Jugendlichen österreichweit erwirbt den Mopedführerschein, informiert das KFV in einer Aussendung. Damit sei allerdings ein hohes Unfallrisiko verbunden. Ungefähr jeder achte Besitzer eines Mopedführerscheins verunglückt im Alter von 15 bis 17 Jahren mindestens einmal bei einem Mopedunfall. Insgesamt entfallen auf diese Altersgruppe etwa 60 Prozent aller jährlichen Mopedunfälle. In Oberösterreich verunglückten im Jahr 2019 548 15- und 16-Jährige bei Mopedunfällen. Das geht auf die Verkehrsunfallstatistik von Statistik Austria zurück. Die meisten der jungen Mopedfahrer wurden nur leicht verletzt, fünf kamen allerdings ums Leben. „Das Moped stellt für viele Jugendliche einen großen, wichtigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit dar und bietet ganz besonders im ruralen Raum eine wertvolle Möglichkeit zur selbstständigen Mobilität junger Menschen. Nichtsdestotrotz sind wir hier aber auch mit enorm hohen Unfallzahlen konfrontiert. Wir wissen aus unserer Forschungsarbeit, dass die für die motorisierte Teilnahme am Straßenverkehr benötigten Kompetenzen bei jugendlichen Mopedlenkern vielfach noch nicht voll entwickelt sind. Und genau bei diesem Punkt lässt sich sehr gut ansetzen. Denn verglichen mit anderen Fahrzeugklassen sind die Voraussetzungen für die Erteilung der AM-Lenkberechtigung deutlich geringer: Bis heute gibt es für die Erlangung des Mopedführerscheins keine praktische Prüfung“, führt Klaus Robatsch, Leiter der Verkehrssicherheitsforschung im KFV aus.

KFV: Praktische Fahrprüfung wäre sinnvoll, „erschreckende Erkenntnisse“ aus Pilotprojekt

Eine praktische Fahrprüfung, die unabhängige Prüfer durchführen sollen, wäre aber sinnvoll, damit die Ausbildung auf ein Ziel ausgerichtet ist. Fahrschüler würden am Ende der Ausbildung auch die entsprechenden Kompetenzen beherrschen wollen, sagt das KFV. Das Team hat angesichts der hohen Unfallzahlen von Mopedlenkern gemeinsam mit der Burgenländischen Landesregierung und Fahrschulen ein Pilotprojekt durchgeführt. Ziel von „MoPPPed - Pilotversuch Praktische Prüfung Moped“ war es festzustellen, wie jugendliche Führerscheinneulinge bei einer praktischen Prüfung, wie sie für A1 vorgesehen ist, abschneiden würden und welche Fehler sie machen. Das zentrale Ergebnis war, dass von 85 Mopedkandidaten nicht einmal jeder zweite durchkam. Teilweise wurden sogar lebensgefährliche Fehler gemacht. Insgesamt waren die häufigsten Fehler Vorrangverletzungen, mangelhafte Blicktechnik - zum Beispiel im Bereich von Kreuzungen, Kreisverkehren und Zebrastreifen-, und nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit. „Die Erkenntnisse aus unserem Pilotprojekt waren erschreckend und zeigen ganz deutlich, dass die derzeitige Ausbildung für die Führerscheinklasse AM für junge Mopedlenker für eine sichere Verkehrsteilnahme bei weitem nicht ausreicht . Es ist dringend an der Zeit, hier eine praktische Prüfung einzuführen“, schließt Robatsch.

Die vollständige Studie steht auf der Webseite des KFV zur Verfügung. Das KFV forderte erst kürzlich die Einführung von Verkehrssicherheitsmaßnahmen in Österreich.


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