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OÖ. Oberösterreich ist mit 1,2 Millionen Streuobstbäumen auf rund 15.000 Hektar Fläche das Streuobst-Bundesland Nummer eins. Um den Streuobstwiesen einen festen Platz im Bewusstsein der Bevölkerung zu geben, wurde heuer zum ersten Mal - gemeinsam von Landwirtschaftskammer, Umweltdachverband und der ARGE Streuobst - der Tag der Streuobstwiese ausgerufen - am 30. April.

Der 30. April ist künftig der "Tag der Streuobstwiese" (Foto: Land OÖ/Sabrina Liedl)
  1 / 4   Der 30. April ist künftig der "Tag der Streuobstwiese" (Foto: Land OÖ/Sabrina Liedl)

„Streuobstwiesen sind von Menschenhand geschaffene Naturparadiese mit großer ökologischer wie auch kultureller Bedeutung. Der letzte Freitag im April, wenn die Bäume in voller Blüte stehen, soll ab heuer jedes Jahr diese Orte der Biodiversität und der Obstvielfalt in die allgemeine Aufmerksamkeit rücken“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger und Karl Grabmayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer OÖ.

Die Obstgärten rund um die Bauernhöfe sind prägend für das Landschaftsbild in allen vier Vierteln Oberösterreichs. Für viele Pflanzen- und Tierarten sind die oft extensiv bewirtschafteten Flächen ein wichtiger Lebensraum.

Typisches Landschaftselement

„Was wäre Oberösterreich ohne seine mächtigen Birnbäume und vielfältigen Obstgärten? Diese für unser Bundesland typischen Landschaftselemente stehen im Frühling zu Recht im Fokus. Die beständige Pflege durch die Bäuerinnen und Bauern ist maßgeblich für die üppige Blüte im Frühjahr. Langfristig wird entscheidend sein, dass die Früchte der Streuobstwiesen auch gewinnbringend vermarktet werden können. Daher ist es sehr erfreulich, dass der Most in den letzten Jahren wieder stark an Beliebtheit gewonnen hat. Laufend arbeiten einzelne Direktvermarkter und ganze Leader-Regionen an neuen Produkten und Vermarktungsmodellen. Diese Ansätze unterstützen wir seitens des Landes OÖ tatkräftig“, so Hiegelsberger.

3,5 Millionen Liter Most und 110.000 Tonnen Streuobst

70 Prozent des Streuobstbestandes in Oberösterreich sind Birnen, 30 Prozent sind Äpfel und die zahlreichen Steinobstarten, insbesondere die breite Palette an Pflaumenarten, zu denen auch die Zwetschken zählen. „Viele der Bäume sind 100 Jahre und älter. Mit geschätzten 400 verschiedenen Streuobstsorten bei Apfel und Birne ist das Sortenangebot für die Verarbeitung, für die Küche und als Tafelobst nahezu unbegrenzt. Im langjährigen Schnitt werden in Oberösterreich rund 110.000 Tonnen Streuobst geklaubt. Verarbeitet wird dieses zum Großteil zu Saft, aber auch zu Bränden und zu rund 3,5 Millionen Liter Most. Mit der Direktvermarktung von Most beschäftigen sich 379 Betriebe in Oberösterreich. Für den Eigenbedarf produzieren jedoch noch weit mehr bäuerliche Betriebe“, betont Karl Grabmayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer OÖ.

Internationale Kooperation

Für den „Tag der Streuobstwiese“ wurden Partner in Deutschland, der Schweiz, Slowenien und Tschechien gewonnen. Auch dort soll die Bedeutung der Streuobstwiesen an diesem Tag in den Blickpunkt gerückt werden. Ziel ist die europaweite Institutionalisierung dieses Tages. Auf der neu eingerichteten Facebook-Seite „Tag der Streuobstwiese“ werden Aktivitäten in Österreich, Deutschland und Slowenien präsentiert.


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