Geld: Frauen wünschen sich finanzielle Unabhängigkeit
OÖ. Die Oberösterreicherinnen messen einem selbstständigen und unabhängigen Leben eine große Bedeutung bei. Und obwohl die Finanzhoheit innerhalb der Familie häufig bei den Frauen liegt, wird die eigene Vorsorge in der Regel hintangestellt.

Es ist eine statistisch erwiesene Tatsache, dass Frauen durchschnittlich weniger Geld zur Verfügung haben. Die Karrieren der Frauen werden unterbrochen, da Kinder großgezogen werden. Die Chancen auf einen besser bezahlten Posten sinken aufgrund von Teilzeitbeschäftigung und Beförderungen können höchstens verzögert wahrgenommen werden, sofern die Kinderbetreuung die notwendige Flexibilität zulässt, die das Berufsleben mit sich bringt.
Die Pink-Steuer
Dazu kommt noch die „pink tax“, also die Tatsache, dass Frauen für bestimmte Dienstleistungen oder Artikel wie Kosmetik oder Friseurbesuche mehr bezahlen als Männer. Unter diesen Voraussetzungen ist es herausfordernd, Geld zu sparen. Umso wichtiger ist es, sich schon in jungen Jahren mit der eigenen Vorsorge zu befassen, wie Banken und Finanzberater regelmäßig betonen. Denn auch Kleinstbeträge wachsen mit den Jahren und sorgen dafür, dass Frauen finanziell abgesichert und unabhängig sind. Ein guter Tipp, um einen Überblick über die Ausgaben zu bekommen, ist, ein Haushaltsbuch zu führen.
Finanziell unabhängig
Rund ein Drittel der Oberösterreicherinnen schätzt ihre Finanzkompetenz skeptisch ein, dennoch hat sich eines gezeigt: Frauen schlagen sich in schwierigen Märkten oft besser als ihre männlichen Kollegen. Die Gründe: Wenn Frauen Geld anlegen, holen sie sich vorab Informationen ein und treffen erst nach ausreichender Aufklärung risikofreudigere Entscheidungen. Dass Frauen in der Welt der Veranlagung oft zögerlich sind, obwohl sie dazu eigentlich keinen Grund hätten, bestätigen viele Finanzexperten. Viele Frauen sind positiv überrascht, was alles möglich ist und dass man bei finanziellen Überlegungen auch Themen wie Nachhaltigkeit und Umwelt berücksichtigen kann.
Elisabeth Rehberger, Finanzexpertin der VKB in Linz-Mühlviertel, empfiehlt den Frauen ein unverbindliches Beratungsgespräch mit der Bank: „Für jede Frau sind ein guter Umgang mit Geld und ein Überblick über die eigenen Finanzen wichtig. Nur so kann man selbstständig und unabhängig sein. Dann kann man sich auch mal spontan einen Wellness-Urlaub mit einer Freundin gönnen, weil man weiß, dass es sich finanziell auch wirklich ausgeht.“ Denn finanziell unabhängig zu sein bedeutet nicht nur, für das Alter vorzusorgen, sondern auch, unabhängig in einer Partnerschaft zu sein und sich für Ausgaben nicht rechtfertigen zu müssen.
Längere Lebenserwartung
Dennoch gilt es, aufgrund der höheren Lebenserwartung, auch für das Alter vorzusorgen. Frauen überleben in der Regel ihren Ehemann oder Partner, und oft gibt es dann wie bei Singles niemanden, der sich bei Krankheit oder Gebrechen um sie kümmert. Die Wahrscheinlichkeit, sich kostenpflichtige Hilfe holen zu müssen, steigt im Alter, und dafür ist der „Notgroschen“ eine wichtige Unterstützung.


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