Übergriffe und Gewalt an Frauen dürfen in keiner Art und Weise toleriert werden

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Karin Seyringer Tips Redaktion Online Redaktion 25.01.2022 19:35 Uhr

OÖ. Das Thema Gewalt an Frauen müsse stärker thematisiert werden, es sei oft schwierig für betroffene Frauen, Wohnungen zu bekommen. Frauenreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander tauschte sich mit den Geschäftsführerinnen der oberösterreichischen Frauenhäuser aus.

Die Zusammenarbeit mit der Polizei sowie den Systempartnern in Oberösterreich funktioniere sehr gut. Allerdings müsse vor allem die Informationstätigkeit zum Thema Gewalt an Frauen bei allen Berufsgruppen, so etwa bei Ärzten, Juristen oder Pädagogen weiter forciert werden, so ein Anliegen der Geschäftsführerinnen. Auch sei es für Frauen, die im Frauenhaus sind und waren, sehr schwierig, anschließend Wohnungen zu bekommen.

„Mein Dank gilt den Geschäftsführerinnen und Mitarbeiterinnen der Oberösterreichischen Frauenhäuser, die täglich wertvolle Arbeit leisten und sich unermüdlich für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, einsetzen und sich für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Mädchen starkmachen. Die Anregungen der Geschäftsführerinnen der Oö. Frauenhäuser sind die Grundlage für unser weiteres Tun, weshalb wir auch einen Arbeitskreis einrichten werden, um hier weiter voranzukommen“, so Frauenreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander.

Jede fünfte Frau in Österreich ist ab ihrem 15. Lebensjahr körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt, ergab eine Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte. In Oberösterreich gab es zuletzt zu Beginn des Jahres 2022 einen Frauenmord im Bezirk Vöcklabruck. Die Täter stehen häufig in einem Beziehungs- oder Familienverhältnis zum Opfer und haben nicht gelernt, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Gewalt von Männern gegen Frauen gibt es in allen sozialen Schichten, Nationen, Familienverhältnissen und Berufsgruppen.

 Mehr finanzielle Mittel für Prävention

„Ich begrüße die Ankündigung der Bundesregierung, mehr finanzielle Mittel für die Gewaltprävention und den Gewaltschutz in Österreich zur Verfügung zu stellen, sowie die Motive und Hintergründe der Täter genauer zu untersuchen und daraus weitere Maßnahmen abzuleiten. Es ist wichtig, dass erste Hilferufe bereits ernst genommen werden. Wenn es zu Prozessen wegen Gewalt an Frauen kommt, braucht es eine bessere Begleitung der Betroffenen. Weiters braucht es eine verstärkte Täterpräventionsarbeit und die Umsetzung von Fallkonferenzen bei gefährlichen Tätern, sowie Information und regelmäßigen Austausch seitens der Behörden mit Opferschutzeinrichtungen. Auch verpflichtende Schulungsangebote zu häuslicher Gewalt und Partnergewalt für Justiz und Polizei wären wichtig“, betont Haberlander.

Gewaltschutz und Gewaltprävention sicherstellen

In Oberösterreich gibt es neben fünf Frauenhäusern (Linz, Wels, Steyr, Vöcklabruck und Ried) sechs Frauenübergangswohnungen. Zusätzlich zu den Gewaltschutzzentren gibt es auch 22 Frauenvereine und -beratungsstellen (in jedem Bezirk mindestens eine Einrichtung), die Frauen und Mädchen Hilfe, Beratung und Unterstützung in schwierigen Lebenslagen bieten. „In der Frauenstrategie „Frauen.Leben 2030“ für Oberösterreich, die vor drei Jahren einstimmig in der Oö. Landesregierung beschlossen wurde, ist auch festgehalten, dass es in Oberösterreich einen weiteren Ausbau an Frauenhäusern und Frauenübergangswohnungen geben soll“, so die LH-Stellvertreterin.

2021 wurden im Frauenhaus Linz 62 Frauen und 77 Kinder betreut. Im Frauenhaus Ried waren es 21 Frauen und 14 Kinder, im Frauenhaus Steyr 24 Frauen und 32 Kinder, im Frauenhaus Wels 27 Frauen und 28 Kinder und im Frauenhaus Vöcklabruck 27 Frauen und 17 Kinder.

ARGE OÖ Frauenhäuser: www.frauenhaus.at

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