Vier bestätigte Masernfälle in OÖ
OÖ/LINZ. Am Freitag, 3. März, informierte LH-Stv. Christine Haberlander über den ersten bestätigten Masernfall im Jahr 2023 in OÖ. Das Kind wird am Kepler Uniklinikum Linz behandelt. Im Laufe des Nachmittags wurden drei weitere Familienmitglieder als Masernfälle diagnostiziert. Sie befinden sich aufgrund des milden Verlaufs in häuslicher Absonderung.

Masern sind eine schwerwiegende Infektionskrankheit mit hohen Komplikationsraten. Eine Maserninfektion schwächt das Immunsystem für mehrere Jahre und erhöht das Risiko, an anderen Infektionskrankheiten zu erkranken oder sogar zu sterben. Bei 20 Prozent der Masernfälle kommt es zu Komplikationen wie Bronchitis, Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und auch zu einer Gehirnentzündung, die in etwa bei ein bis zwei von 1000 Masernfällen auftritt und zu Dauerschäden führen kann. Noch gefürchteter ist eine typische Späterscheinung Monate bis Jahre nach einer abgelaufenen Maserninfektion, eine Entzündung des Gehirns (SSPE), die tödlich verläuft.
Haberlander: Impfung in Eltern-Kind-Pass aufnehmen
Gesundheitsreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander betont angesichts des Falles: „Impfungen gehören zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen, die die Medizin zu bieten hat. Dazu gehört vor allem auch die Impfung gegen Masern. Ich bin froh, dass wir mit der guten Gesundheitsversorgung in Oberösterreich diese Impfung in Oberösterreich gratis anbieten können.“ Weiters stellt Haberlander klar: „Die Masern sind eine ernstzunehmende Krankheit, vor allem bei Kleinkindern. Die Masern-Impfung soll in den verpflichtenden Teil des Eltern-Kind-Passes aufgenommen werden.“
Rückgang an Erkrankungen führt zu verminderter Wahrnehmung der Risiken
„Jahrzehntelange Erfahrung mit der Masernimpfung zeigt, dass sie sicher und effektiv ist. Sie wurde entwickelt, um diese hochansteckende Erkrankung mit ihren schweren Verlaufsformen zu verhindern, und ist daher unbedingt zu empfehlen“, rät auch Wolfgang Högler, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Kepler Universitätsklinikum.
Impfung dringend empfohlen
Der Rückgang der Erkrankung durch erfolgreiche Impfkampagnen führe aber leider zu einer verminderten Wahrnehmung der Risiken durch diese Erkrankung. Dadurch trete oft eine Schieflage im Bewusstsein um die eigentliche Gefährlichkeit der Erkrankung ein.
Um das Risiko einer Maserninfektion zu minimieren, empfiehlt Högler, sich impfen zu lassen. „Wenn die Anzahl der Ungeimpften in der Bevölkerung steigt, besteht die Gefahr von Epidemien, denn Masern sind um ein Vielfaches ansteckender als Influenza- oder Corona-Viren.“ All diese Viren werden durch das Einatmen von infektiösen Tröpfchen sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen.
Kostenfreie Impfung
Kostenfreie Impfungen gegen Masern in Oberösterreich für Personen bis zum vollendeten 15. Lebensjahr werden durch ein Impfgutscheinheft angeboten, das bei der ersten Mutter-Kind-Pass-Untersuchung ausgehändigt wird. Impfungen werden von Allgemeinmedizinern, Kinderärzten und an den Eltern-/Mutterberatungsstellen kostenlos durchgeführt. Personen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr können die Masernimpfung im niedergelassenen Bereich kostenlos nachholen und erhalten dazu einen MMR-Impfgutschein von ihrem Impfarzt, mit dem sie den Impfstoff in einer Apotheke abholen und die Impfung dann beim Arzt durchführen lassen können.
Mehr Infos zum kostenlosen Impfangebot: www.land-oberoesterreich.gv.at/105294.htm


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