Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ. In der Gesellschaft kämpfen Frauen um Gleichstellung, die Medizin wiederum sollte gezielt unterscheiden. Faire Behandlung bedeutet dabei, individuell auf den Patienten abgestimmt zu handeln und zu behandeln.

Anna Maria Dieplinger leitet das Kompetenzmanagement Gesundheits- und Sozialberufe der Oberösterreichischen Gesundheitsholding und ist Expertin für Gendermedizin. (Foto: Weihbold)

Die Annahme, der Herzinfarkt sei ein „männliches“ Phänomen, ist weit verbreitet, stimmt so aber nicht. Frauen sind ebenso betroffen, nur äußern sich die Anzeichen anders. Von abweichenden Symptomen, Nebenwirkungen von Arzneimitteln bis hin zu Prothesen oder Airbags in Autos, die Medizin ist auf den Mann ausgerichtet.

Langsame Schritte

Der Medikamentenforschung fehlt es an geschlechtsspezifischen Studiendesigns, die Frauen von Anfang an einschließen. Ein gesetzlicher Rahmen dafür fehlt. Hormonelle Schwankungen begründeten lange, warum Frauen in Medikamentenstudien als weniger zuverlässig galten, die Auswirkungen auf den Frauenkörper blieben somit außen vor. Anna Maria Dieplinger, von der OÖ Gesundheitsholding beobachtet, dass es nur langsam vorangeht: „Ich habe 2007 mein erstes Buch herausgegeben, es hat sich nichts geändert, 2010 den Frauengesundheitsbericht, es hat sich nichts geändert. Der Durchbruch ist noch immer nicht da, weil traditionelle Medizin vorherrscht“. Und das, obwohl Österreich im EU-Vergleich in der Gendermedizin Vorreiter ist.

Strukturelle Unterschiede

Gendermedizin unterscheidet nicht nur nach physischen Unterschieden zwischen Mann und Frau, auch die Rolle in der Gesellschaft wirkt auf die Gesundheit. „Viele sagen, ich habe kleine Kinder, ich kann nicht auf Kur für drei Wochen. Viele Frauen haben keine Entlastungsmöglichkeiten oder gestehen sie sich selber nicht zu.“

An der FH für Gesundheitsberufe sowie der JKU Linz steht Gendermedizin auf den Lehrplänen. „Bei der Gesundheitslandesrätinnenkonferenz haben wir gefordert, sich für die gesetzliche Verankerung von Gendermedizin einzusetzen“, heißt es seitens des Landes.

Weibliche Überlastung

Frauen leisten in Österreich die Mehrheit der unbezahlten Care-Arbeit, auch die Kinderbetreuung geht weitgehend von Müttern aus. Gleichzeitig verdienen Frauen im Schnitt um 16,9 Prozent weniger als Männer. Seit dem Equal Pay Day am 15. Oktober arbeiten Oberösterreicherinnen den Rest des Jahres de facto unbezahlt.

Dieplinger rät Frauen, „zu überlegen, warum ist die Situation gerade so? Wie schaut es mit meiner Überlastung aus? Kann ich Aufgaben abgeben? Und fest einzufordern, dass wir gleich viel verdienen. Wir müssen unsere Mädchen und Burschen auch dahingehend erziehen, dann haben wir eine Perspektive“.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Seit 60 Jahren an der Seite von Menschen mit Krebs: OÖ Krebshilfe feiert Jubiläum

Seit 60 Jahren an der Seite von Menschen mit Krebs: OÖ Krebshilfe feiert Jubiläum

OÖ/LINZ. Eine Krebsdiagnose verändert oft das Leben einer ganzen Familie. Seit 60 Jahren steht die Krebshilfe Oberösterreich Betroffenen und ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
KinderUni OÖ bietet 22 Online-Workshops in den Herbstferien

KinderUni OÖ bietet 22 Online-Workshops in den Herbstferien

OÖ. Die KinderUni OÖ veranstaltet in den Herbstferien von Dienstag, 27. Oktober, bis Freitag, 30. Oktober, das WEBLAB. Das Online-Programm ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
Oberösterreichs Spitzenschule - jetzt Projekte einreichen

Oberösterreichs Spitzenschule - jetzt Projekte einreichen

OÖ. Ab sofort sind Oberösterreichs Schulen wieder eingeladen, ihre Projekte, Aktivitäten und Initiativen einzureichen und sich der Wahl zur ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
50.000 Euro für psychische Gesundheit an Oberösterreichs Schulen gespendet

50.000 Euro für psychische Gesundheit an Oberösterreichs Schulen gespendet

OÖ/LINZ. Die Raiffeisenlandesbank OOÖ und die Kepler-Fonds KAG unterstützen das Schulprogramm KOPFGARTEN@school mit insgesamt 50.000 Euro. ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Neues Hüftgelenk und am gleichen Tag wieder nach Hause: Premiere am Ordensklinikum Linz

Neues Hüftgelenk und am gleichen Tag wieder nach Hause: Premiere am Ordensklinikum Linz

OÖ/LINZ/DIETACH. Das Ordensklinikum Linz hat erstmals eine Hüftgelenksersatz-Operation ambulant durchgeführt. Der 41-jährige Mirzet Hurem ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Begehbares Gebärmuttermodell bei Barmherzigen Brüdern Linz schafft Bewusstsein für Vorsorge

Begehbares Gebärmuttermodell bei Barmherzigen Brüdern Linz schafft Bewusstsein für Vorsorge

OÖ/LINZ. Gynäkologische Krebserkrankungen, Früherkennung und Vorsorge standen und stehen am Donnerstag, 8., und Freitag, 9. Oktober, im Krankenhaus ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Weitere Beiträge