Betrügerische Absichten am Telefon
OÖ. Verdächtige Nachrichten per WhatsApp oder SMS, Phishing-Mails oder Lockangebote im Internet – kaum jemand hat mittlerweile noch nicht Bekanntschaft mit einer Form von Betrug gemacht. Die Betrugsmaschen werden immer einfallsreicher und betreffen ältere Menschen genauso wie junge. Wer die Gefahren erkennt, kann sich vor finanziellen Verlusten schützen.

Im heutigen digitalen Zeitalter sind Betrügereien per E-Mail oder Telefon zu einer allgegenwärtigen Gefahr geworden. Diese Betrügereien können für die Betroffenen zu erheblichen finanziellen Verlusten und emotionalen Belastungen führen. Daher ist es wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Betrüger wenden verschiedene Taktiken an, um an das Geld oder die persönlichen Daten ihrer Opfer zu gelangen.
Die Gefahren erkennen
Zu den häufigsten Betrugsszenarien gehört der „Hallo Mama“-Trick: Betrüger geben sich hier als Kind der kontaktierten Person aus und bitten um Geldüberweisungen unter dem Vorwand, sie hätten eine neue Telefonnummer und das Internet-Banking funktioniere noch nicht.
Bei Phishing-Mails täuschen Kriminelle vor, dass sie von einer vertrauenswürdigen Institution wie einer Bank oder einer bekannten Institution stammen. Sie fordern die Empfänger auf, persönliche Daten wie Passwörter und Kontoinformationen preiszugeben. Oft enthalten diese E-Mails gefälschte Links oder auch Anhänge, die den Computer mit Schadsoftware infizieren, um schädliche oder unerwünschte Aktionen auf einem System auszuführen. Gefälschte Online-Shops wiederum täuschen seriöse Internetseiten vor und verlangen Vorkasse für Waren, die in der Regel nicht geliefert werden. Verbraucher sollten bei unbekannten Online-Shops misstrauisch sein und die Website kritisch prüfen. Besonders günstige „Angebote“ oder Gewinne können ein Hinweis auf betrügerische Absichten sein.
Die Betrugsmasche mit den falschen Polizisten
Auch wenn Polizeibeamte versuchen, Personen zu großen Geldbehebungen zu verleiten, indem sie vorgeben, dass ein Familienmitglied inhaftiert werden soll, handelt es sich um einen Fall von Betrug. Die Polizei fordert niemals telefonisch zu Geldüberweisungen auf. Ende September wurden neue Betrugsphänomene durch falsche Polizeibeamte festgestellt, bei denen russischsprachige Täter vorgeben, Vermögen sichern zu wollen. Die russischsprachigen Betrüger kontaktieren überwiegend ukrainische Staatsbürger per Telefon und WhatsApp. Die Täter geben sich als russische Abteilung der österreichischen Bundespolizei aus und geben vor, Informationen zu einem angeblichen Straftäter zu benötigen. Dieser habe es auf das Vermögen der Opfer abgesehen. Um das Vermögen zu sichern, erklären die Betrüger, dass ein Sammelkonto bei der Österreichischen Nationalbank (OeNB) eingerichtet worden sei. Nach einer Überweisung auf dieses Konto erhalten die Opfer ein gefälschtes Bestätigungsschreiben der OeNB.
Hinweise der Kriminalpolizei
Die österreichische Polizei kontaktiert keine Personen in russischer Sprache. Sie verschickt auch keine WhatsApp-Nachrichten, Polizeiausweise oder internationale Fahndungsinformationen per E-Mail. Die Polizei empfiehlt, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, das Gespräch sofort zu beenden und die Notrufnummer 133 zu wählen. WhatsApp-Nachrichten, die angeblich von der Polizei stammen, sollten ignoriert werden.
Wachsamkeit als wichtiger Schutz vor Betrug
Die Bedrohung durch Betrugsmaschen per WhatsApp und Telefonanrufe ist real und kann jeden treffen. Wachsamkeit und der Schutz persönlicher Daten können das Risiko, Opfer zu werden, minimieren. Vorsicht ist auch bei Anrufen im Namen einer Bank geboten, wenn man aufgefordert wird, persönliche Daten preiszugeben und Überweisungen zu tätigen.
Wenn am Telefon Geld verlangt wird, handelt es sich meistens um Betrug. Ebenso haben Geldforderungen, die per E-Mail einlangen, mit hoher Wahrscheinlichkeit einen betrügerischen Hintergrund. Weder die Polizei noch Banken, Rechtsanwälte oder Botschafter fordern am Telefon oder per E-Mail Geld.
„Solche Betrugsfälle sind eine Gratwanderung, da Kundinnen und Kunden mit ihrem Geld machen können, was sie wollen. Wir wollen die Menschen auf die diversen Betrugsmaschen aufmerksam machen, um sie vor Schaden zu bewahren. Dies gelang uns teilweise schon durch aufmerksame Kolleginnen und Kollegen, teilweise aber leider auch nicht“, so Experten der Sparkasse OÖ, und ergänzen: „Eine gesunde Skepsis gegenüber unerwarteten Nachrichten, ungewöhnlich günstigen Angeboten oder bei Druck, schnell zu handeln, ist jedenfalls angebracht. Außerdem sollte man auf jeden Fall die Echtheit von Websites, E-Mails oder Anrufen überprüfen, insbesondere wenn persönliche Informationen oder Zahlungen angefordert werden.“
Vorbeugende Maßnahmen
• Vorsichtig mit persönlichen Informationen umgehen und diese keinesfalls mit Fremden online oder am Telefon teilen. Die Identität der Person, die Kontakt aufgenommen hat, sollte überprüft werden.
• Weder Bankangestellte noch die Polizei oder andere Institutionen fordern Geld, Passwörter oder ähnlich sensible Daten. Sobald am Telefon ein dringendes Geldproblem erwähnt wird, das Gespräch sofort beenden.
• Mit Kindern oder älteren Verwandten über potenzielle Betrugsmaschen sprechen und sie aufklären, wie sie diese erkennen und vermeiden können.
• Mit Angehörigen ein „Geheimwort“ vereinbaren und während eines dubiosen Telefonats danach fragen.
• Skeptisch bei Angeboten sein, die zu gut klingen, um wahr zu sein. Betrüger nutzen oft schnelle und einfache Methoden, um Menschen zu täuschen.
• Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz können Stimmen bekannter Personen imitiert werden. Deshalb ist es besonders wichtig, den Inhalt der Aussagen daraufhin zu überprüfen, ob er mit der Person übereinstimmen kann.


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