Wegen Wildwechsel ist im Herbst wieder besondere Vorsicht am Steuer geboten
OÖ. Die Blätter werden bunt, die Dämmerung setzt früher ein: Der Herbst ist da, und mit ihm häufigere Wildtierwechsel. Zwischen Wäldern, Fluren und Feldern ist besondere Vorsicht geboten: „Geschwindigkeit reduzieren und konzentriert fahren“, rät Thomas Harruk vom Arbö Oberösterreich. Eine Kollision muss man unverzüglich der Polizei melden, verletzte Tiere sollten keinesfalls angefasst oder mitgenommen werden – ansonsten drohen rechtliche Strafen.

Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit ereignen sich jährlich rund 73.000 Wildunfälle in Österreich. Besonders gefährlich sind die Morgen- und Abendstunden sowie die Nacht, wenn das Licht schwach ist. Im Herbst steigt das Risiko von Wildunfällen besonders.
Denn Ernteaktivitäten auf den Feldern treiben Rehe, Hasen, Wildschweine und andere Tiere auf die Suche nach Nahrung, zusätzlich befinden sich Dam-, Rot- und Rehwild zwischen Juli und November in der Paarungszeit. Dabei kreuzen die Tiere unweigerlich Straßen, auf denen motorisierte Verkehrsteilnehmer unterwegs sind.
Straßenabschnitte mit dem Verkehrszeichen „Achtung Wildwechsel“ sowie Straßen durch Wälder oder zwischen Feldern und Fluren erfordern erhöhte Aufmerksamkeit. „Hier ist es besonders wichtig, die Geschwindigkeit zu reduzieren und konzentriert zu fahren, denn es kommt vermehrt zu Wildtierwechseln“, erklärt Thomas Harruk, Landesgeschäftsführer des Arbö Oberösterreich.
Fünf Tipps, um Wildunfällen vorzubeugen
Autofahrer sollten bestimmte Verhaltensregeln beachten, um Unfälle zu vermeiden:
Geschwindigkeit in Waldgebieten, zwischen Feldern und Fluren sowie an gekennzeichneten Wildwechselzonen verringern.
Besonders in der Dämmerung und Dunkelheit aufmerksam fahren.
Fernlicht ausschalten, sobald Wild am Straßenrand sichtbar ist, um zu verhindern, dass die Tiere auf der Fahrbahn verharren.
Hupen kann helfen, Tiere zu verscheuchen.
Beachten, dass Wild selten allein unterwegs ist.
Im unvermeidbaren Fall einer Kollision mit Wildtieren sollte man kontrolliert bremsen. Es gilt, abrupte Ausweichmanöver zu vermeiden, denn gegen einen Baum zu fahren oder in den Gegenverkehr zu geraten ist weitaus gefährlicher als der Wildschaden selbst.
Wildunfall sofort der Polizei melden
Kommt es trotz Vorsicht zu einem Zusammenstoß, ist wie bei jedem anderen Unfall vorzugehen: Warnblinker einschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen und gegebenenfalls verletzten Personen erste Hilfe leisten. Der Unfall muss unverzüglich bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle gemeldet werden.
Unterbleibt die Meldung, handelt es sich um ein Verwaltungsstrafdelikt. Zudem ist die polizeiliche Meldung Voraussetzung, um entstandene Schäden etwa bei der Kaskoversicherung oder dem Arbö-Sicherheits-Pass geltend zu machen.
Tiere keinesfalls mitnehmen oder anfassen
Die Polizei verständigt die zuständige Jägerschaft, die für die Bergung der Wildtiere sorgt und verletzte Tiere versorgt. Tiere dürfen keinesfalls selbst mitgenommen werden.
Harruk vom Arbö warnt außerdem davor, verletztes Wild anzufassen. Tiere könnten beißen oder an Krankheiten wie Tollwut erkrankt sein. Getötetes oder verletztes Wild darf auch nicht zum Tierarzt gebracht werden, da dies als Wilderei gilt und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.


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